Berlin : Grüne machen Stimmung

Erster Sondierungsrunde soll zweites Treffen folgen

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Von Missstimmung zwischen SPD und Grünen war am Donnerstag nichts mehr zu spüren: Nach der gut zweieinhalbstündigen Sondierungsrunde sagte SPD-Landeschef Michael Müller, das Gespräch sei „sehr offen, angeregt und konstruktiv“ gewesen. Dagegen verlor Müller kein Wort über die Präferenzen der SPD, die sowohl mit den Grünen als auch mit der Linkspartei koalieren kann, mit der am Mittwochabend erste Sondierungsgespräche stattgefunden hatten. Im Gegenteil: Müller sagte, er habe „gespürt, dass es bei beiden Parteien den ernsten Willen“ gebe, die Möglichkeit einer Regierungskoalition auszuloten. Er sei „sehr gespannt“, wie es jetzt weitergeht. Am Montag werden SPD und Grüne die Verhandlungen weiterführen, am Dienstag will die SPD mit der Linkspartei die Gespräche fortsetzen.

Die Zweifel der SPD an der Zuverlässigkeit der Grünen als Koalitionspartner konnten Fraktionschef Volker Ratzmann, Grünen-Spitzenkandidatin Franziska Eichstädt-Bohlig und der Landesvorsitzende Till Heyer-Stuffer offenbar auf SPD-Seite bei Michael Müller, Klaus Wowereit und Ingeborg Junge-Reyer beseitigen. Die Grüne Eichstädt-Bohlig nannte ihre Partei „sehr diszipliniert“. Bei dem Gespräch habe man über Bildung, Integration, Energie- und Verkehrspolitik diskutiert. Sie habe in den meisten Bereichen Übereinstimmungen festgestellt. „Ich glaube, es könnte gelingen“, sagte sie mit Blick auf Rot-Grün. Sie freue sich auf die nächste Gesprächsrunde.

Als Grünen-Forderungen nach mehreren Ressorts laut geworden waren, hatte Müller das als „anmaßend“ bezeichnet. Für die SPD sei die Verlässlichkeit die „Grundvoraussetzung“ für weitere Gespräche. sib

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