Berlin : Grüne sorgen sich um Bank-Risiken

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Die Berliner Grünen sehen trotz des Sanierungskurses die Bankgesellschaft immer noch in bedrohlicher Schieflage. „Es ist entschieden zu früh, von einer Bereinigung der Bankenkrise zu sprechen“, sagte Finanzexperte Jochen Esser am Dienstag, drei Tage vor der Hauptversammlung der Bankgesellschaft im ICC.

Bis heute fehle eine Auflistung der wirklichen Risiken, kritisierte Esser. Das Parlament hatte im April 2002 die Übernahme von Risiken aus dem Immobiliengeschäft über 21,6 Milliarden Euro beschlossen. Esser mutmaßt außerdem, dass eine Milliarde Euro, die für die Kapitalausstattung der ausgegründeten Investitionsbank gedacht war, in der Bankgesellschaft verblieben sind, um „Verluste in Milliardenhöhe“ auszugleichen. Das Kapital der IBB, die künftig als Wirtschaftsförderbank arbeitet, beträgt 300 Millionen Euro, was auch in Bankenkreisen als sehr niedrig angesehen wird.

Die Grünen fordern, die Wirtschaftsprüfer schonungslos in Regress zu nehmen. Die BDO, die früher die Jahresabschlüsse der Immobilientochter IBG testiert hatte, muss der Bankgesellschaft zwölf Millionen Euro Schadenersatz zahlen. Angesichts der Mietgarantien in Milliardenhöhe, die die IBG eingegangen ist, und die fast zur Insolvenz der Bankgesellschaft geführt hätten, sei diese Summe geradezu „unglaublich“, sagte GrünenPolitikerin Barbara Oesterheld. sib

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