• Grüne: Sportwaffen im Schützenverein lagern Schärferes Gesetz gefordert–SPD sieht „null“ Chance

Berlin : Grüne: Sportwaffen im Schützenverein lagern Schärferes Gesetz gefordert–SPD sieht „null“ Chance

Werner van Bebber

Das Waffenrecht ändere man nur „von Katastrophe zu Katastrophe“, sagt Wolfgang Wieland, rechtspolitischer Sprecher der Grünen im Abgeordnetenhaus. Nach der tödlichen Schießerei in Kreuzberg am vergangenen Montag hält er eine Bundesratsinitiative für sinnvoll: Waffen sollen in den Sportschützenklubs aufbewahrt werden. Schnelle Erfolge erwartet er nicht. Jahre habe es gedauert, bis sich die Länder nach einer Berliner Bundesratsinitiative auf schärfere Regeln beim Besitz von Butterfly-Messern und Wurfsternen einigten. Ähnlich müsse man verfahren, um zu erreichen, dass Sportschützen ihre Waffen nicht mehr zu Hause aufbewahren, sagt Wieland.

Friedrich Geppert, Lobbyist des Forums Waffenrecht, hält die Statistik dagegen: Zwei Tote in zwölf Jahren in Berlin durch Schusswaffen, deren Besitz genehmigt war, sagt er. Dann erklärt er, warum Sportschützen ihre Waffen eben nicht auf dem Schießstand einlagern wollen: Die Leute wollten die Waffen mit nach Hause nehmen – weil es ihre Sportgeräte seien. „Einen Tennisschläger lassen Sie doch auch nicht im Verein.“

Eine Schusswaffe sei aber kein Tennisschläger, sagt dazu Frank Henkel, der innenpolitische Sprecher der CDU-Fraktion im Abgeordnetenhaus. Henkel ist wie Wieland der Meinung, dass es keinen Grund dafür gibt, Schusswaffen zu Hause aufzubewahren. Niemand bezweifele, dass die ganz große Masse der Sportschützen verantwortungsvoll mit ihren Waffen umgehe. „Aber Waffen gehören in Vereine“, sagt Henkel. Nur so seien Vorfälle wie in Kreuzberg zu verhindern.

Der innenpolitisch Sprecher der FDP-Fraktion Alexander Ritzmann gibt dagegen zu bedenken, dass dann große Waffenlager entstünden – mit neuen Missbrauchsfolgen. Doch auch er hält es für angebracht, mit den Sportschützen über Möglichkeiten zu sprechen, den Missbrauch genehmigten Waffen weiter einzuschränken.

„Gleich null“ sind für die innenpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Heidi Fischer, die Möglichkeiten einer Bundesratsinitiative in dieser Richtung. Das habe die Waffenrechtsdebatte im vergangenen Jahr gezeigt. Die Bundesländer, in denen es zahlreiche Schützenvereinen gibt, seien dazu nicht bereit, ganz gleich, wer dort regiere.

Ähnlich beurteilt auch Innensenator Ehrhart Körting (SPD) die Lage: Das Waffenrecht sei doch gerade erst novelliert worden, sagt sein Sprecher Christian Matzdorf. Nun müsse man erst einmal sehen, wie es sich bewähre, bevor man über weitere Verschärfungen nachdenke.

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