Grüne Woche : Heizwasser aus dem Gewächshaus

Zur Grünen Woche präsentierten sich niederländische Gärtner im Sony-Center als Energieerzeuger.

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Wachsende Energie. Im Sony-Center zeigen die Niederländer zur Grünen Woche ein neuartiges Gewächshaus, mit dem sich Wärme gewinnen...Foto: Thilo Rückeis

Draußen spritzt der Schneematsch von den Autoreifen, ein paar Schritte weiter unter dem Dach des Sony-Centers blühen Tulpen und Narzissen, als wäre der Frühling schon da. Hollands Gartenbaubetriebe, die traditionell zu den eifrigsten Grüne-Woche-Ausstellern gehören, haben zum Start der Landwirtschaftsschau ein großes Gewächshaus vor dem Eingang des Filmmuseums aufgebaut.

Tomaten kann man darin probieren und einen Apparat bewundern, der die „Energierevolution“ im Unterglas-Anbau einleitet. Gartenbau-Experte Peter Oie vom Agrarministerium in Den Haag erklärt die Funktion des unspektakulär anmutenden braunen Metallkastens mit weit ausladenden Handbewegungen, als gelte es, nun alle Berliner davon zu überzeugen, dass die Tomaten- oder Blumenzucht rund ums Jahr „keineswegs umwelt- und klimaschädlich ist“.

Die Holländer wollen mit ihrem Glashaus eines der Hauptthemen der am Freitag eröffneten Grünen Woche anschaulich machen: den umweltfreundlichen Landbau. „Das Gewächshaus als Energiequelle“, heißt der Slogan, denn immer mehr Unterglas-Gärtner in den Niederlanden heizen im Winter nicht mehr mit Erdgas und kühlen im Sommer nicht mehr mit Strom – sondern erledigen das mit einem neu entwickelten Wärmetauscher. Der steht nun im Sony-Center und wird so erklärt: „Im Sommer pumpen wir Grundwasser aus dem Erdreich unter der Gärtnerei ins Gerät, es gibt Kälte an die Luft ab, nimmt deren Wärme auf – und wird dann wieder in den Untergrund gepumpt.“

Dort wird die Wärmeenergie gespeichert, bis man das Wasser im Winter wieder hochpumpt und der umgekehrte Prozess beginnt. „Abgasfrei gewinnen wir mehr Energie, als wir hineinstecken“, sagt Oie. Mit dem Überschuss heize man sogar noch Wohnungen.

Bis Samstag steht das Gewächshaus bei Sony, doch auch auf der Messe kann man bei den Niederländern in Halle 18 bis zum Schluss der Grünen Woche am 25. Januar deren „Energiewunder“ studieren. Weitere Umwelttechnologien sind in Halle 4.2 zu sehen. Unter dem Motto „nature.tec“ wird vieles rund um Biogas und nachwachsende Rohstoffe erläutert.

Die 74. Grüne Woche ist täglich, 10 bis 19 Uhr, geöffnet. Karten: 12 Euro, sonntags 10 Euro, Schüler und Studenten: 7 Euro, Infos: www.gruenewoche.de.cs

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