Berlin : Grüne Woche: Traum vom Landleben: Schweinegrunzen macht glücklich

Mistgabel statt Mailbox[Trecker statt Termine: Da]

Mistgabel statt Mailbox, Trecker statt Termine: Das Landleben lockt so manchen - als Dauerlösung oder vorübergehend. Wir sprechen mit Prominenten, die es ausprobiert haben. Heute: Günther Fielmann. Er produziert Brillen und züchtet auf seinen Gütern bei Hamburg auf über tausend Hektar Schweine, Rinder und Schafe.

Sie wechseln täglich vom Ferrari zum Trecker.

Weil ich den ständigen Kontrast brauche. Wenn ich tagsüber in der Firma bin, habe ich Besprechungen und Auseinandersetzungen. All das fällt von mir ab, wenn ich noch für fünf Minuten bei meinen schlafenden Tieren vorbeischaue und aus den Ställen ihr ruhiges, tiefes Atmen höre.

Für welche Tiere schwärmen Sie?

Natürlich für das Kärtner Brillenschaf. Das ist eine vom Aussterben bedrohte Art mit schwarzen Pigmenten um die Augen. Ich habe mit 180 Schafen die zweitgrößte Herde auf der ganzen Welt. So wie ich Antiquitäten sammle, versuche ich auch bedrohte Tierarten zu erhalten. Sie machen mir genauso viel Spaß wie anderen die blaue Mauritius.

Woher kommt Ihre Liebe für Schweineställe?

Zum Thema Online Spezial: Grüne Woche 2002 Ich bin auf dem Land groß geworden. Mit meiner Mutter habe ich immer Pilze gesammelt und durfte abends die Kühe zum Melken treiben. Das Grunzen der Schweine verbinde ich mit einer glücklichen Kindheit. Deshalb sollen auch meine Kinder auf dem Land leben. Ich glaube, dass Landkinder stabiler sind und mehr in sich ruhen als Stadtkinder, die blaue Kühe malen.

Ihre Kühe haben Auslauf und sind auf Heu gebettet. Hat Sie die BSE-Krise zum Öko-Bauer gemacht?

Nein, bei mir waren die Kühe schon immer glücklich. Ich habe Rinder in der Massentierhaltung gesehen, abgemagert bis aufs Skelett und mit riesigen Eutern. Nach sechs Jahren sind sie ausgemolken. Die alten Rassen, die ich halte, haben schöne lange Wimpern, dickes Fell und leben bis zu 16 Jahre. Nur mit solchen Tiere kann man die stressempfindlichen, übersensiblen Hochleistungsrassen stabilisieren.

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