Grüne Woche : Zum Auftakt ein Glas Milch

Am Morgen öffnete die Internationale Grüne Woche ihre Pforten für die Öffentlichkeit. Bei einem Rundgang überzeugten sich Bundeslandwirtschaftminister Horst Seehofer und Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit von dem vielfältigen Angebot.

Berlin - Die Internationale Grüne Woche in Berlin bietet wieder Landwirtschaft zum Anfassen. Die nach Angaben der Veranstalter weltweit größte Verbraucherschau für Landwirtschaft, Ernährung und Gartenbau begann am Morgen mit einem mehrstündigen Rundgang von Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer (CSU) und Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD). Bereits am Vormittag drängten sich Tausende Fachbesucher durch die Messehallen unterm Funkturm und informierten sich über die Angebote der 1601 Aussteller aus 56 Ländern. Am frühen Nachmittag öffnete die Schau für die Öffentlichkeit.

Bioenergie als Zukunftszweig

Seehofer würdigte bei seinem Rundgang die Leistungskraft der deutschen Agrar- und Ernährungswirtschaft und informierte sich unter anderem über Bioenergie und nachwachsende Rohstoffe als neue Themenschwerpunkte der Grünen Woche. Dieser Zukunftszweig habe für die Landwirtschaft eine "Megabedeutung", sagte der Minister. Bioenergie werde beim Energiemix der Zukunft ein starkes Standbein sein. Über den Sektor nachwachsende Rohstoffe böten sich den Bauern dabei große Möglichkeiten.

Der Minister zeigte sich erfreut, dass es kein Gegeneinander von Öko- und konventionellen Bauern mehr gebe. Pluralität und Vielfalt anstelle von Einheitsbrei hätten die Landwirtschaft vorangebracht, sagte der Minister. Er verwies auf den Boom der Bio-Branche. "Ich glaube, wir sind auf dem richtigen Weg", sagte Seehofer. Die Verbraucher würden immer mehr die Qualität von ökologisch erzeugten Lebensmitteln erkennen und seien bereit, dafür auch etwas mehr auszugeben.

Seehofer: Chancen der Grünen Gentechnik nicht verschlafen

Die Chancen der Grünen Gentechnik dürften nicht verschlafen und die Risiken müssten ernst genommen werden. Der Minister bekräftigte sein Ja zur Forschung. Um offene Entwicklungs- und Sicherheitsfragen beantworten zu können, müsse in Deutschland geforscht werden. Es mache "wenig Sinn", diese Fragen "in einem Jahr von Chinesen, Indern oder Amerikanern beantworten zu lassen".

Bei der wirtschaftlichen Anwendung der Gentechnik in der Landwirtschaft sei er genau so sensibel wie der größte Teil der Bevölkerung, sagte der Minister. Deshalb würden Regeln für eine Koexistenz gebraucht. Dies betreffe Haftungsfragen sowie Abstandsregelungen zu Feldern mit gentechnisch veränderten Pflanzen.

Schlemmermeile und Testmarkt für neue Produkte

Zum Auftakt ihres Messerundgang hatten Seehofer und Wowereit am Morgen eine Präsentation Bayerns als Milchland besucht und ein Glas Milch getrunken. Die von Bayerns Landwirtschaftsminister Josef Miller (CSU) angebotene Möglichkeit zum Wettmelken an einem künstlichen Euter nahmen sie allerdings nicht wahr.

Die Grüne Woche lädt Besucher bis 28. Januar zu einer kulinarischen Entdeckungstour. Nach Angaben der Veranstalter sind mehr als 100.000 landestypische Spezialitäten und Produkte im Angebot. Mit dem vielfältigen Nahrungsmittelangebot gilt die Schau sowohl als Schlemmermeile als auch Testmarkt für neue Produkte. Im Rahmenprogramm finden mehr als 250 Kongresse und Tagungen statt. Wie in den vergangenen Jahren werden zu der zehntägigen Messe wieder mehr als 400.000 Besucher erwartet. (Von Matthias Wagner/ddp)

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