Berlin : Grüne wollen, dass Models dicker werden Kampf gegen Magersucht:

Partei will Mindestmaße

Suzan Gülfirat

Magermodels sollen auch in Deutschland nicht mehr auf den Laufsteg dürfen. Selbst angehende Modedesigner stellen mittlerweile diese Forderung an die Branche. Zusammen mit Politikerinnen der Grünen im Bundestag stellten gestern Vertreter des Lettevereins in Schöneberg und Schüler der Einrichtung öffentlichen Rechts einen Antrag an den Bundestag vor, der die Maße von Models in Zukunft regeln soll. Darin fordern die Grünen beispielsweise die Bundesregierung auf, sich für eine Selbstverpflichtung der Unternehmen und Agenturen einzusetzen, keine Verträge mit untergewichtigen Models abzuschließen beziehungsweise diese nicht in ihre Kartei aufzunehmen. Auch soll gemeinsam mit den Unternehmen eine Kampagne gestartet werden, die auf die negativen Auswirkungen des Schlankheitswahns aufmerksam macht.

„Die Politik darf Kinder und Jugendliche nicht alleine lassen“, forderte die Fraktionschefin der Grünen, Renate Künast, gestern im Letteverein. Schulleiter Bernhard Wittwer meint ebenfalls, dass es Zeit sei, ein Zeichen gegen den Schlankheitswahn zu setzen.

Auch die Öffentlichkeit in Deutschland schreckte auf, als im vergangenen Jahr bekannt wurde, dass in Brasilien ein 21-jähriges Model infolge von Magersucht gestorben war. Zuletzt wog sie nur noch 40 Kilo. Das ergibt einen Body-Mass-Index (BMI) von 13,21 – dieser Wert wird aus Körpergröße und Gewicht errechnet. Der unterste Wert für Frauen von 19 bis 24 Jahre beträgt 19. Auch Experten vertreten nun die These, dass zu dünne Models als Vorbilder sowie Diäten, die dazu dienen, ihnen nachzueifern, zu Magersucht oder Bulimie führen können. Von einer Zunahme dieser psychischen Krankheiten könne zwar nicht die Rede sein, sagte Alexander Korte, Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie an der Charité. Doch: „Mittlerweile habe ich neun- bis zehnjährige Kinder in meiner Praxis.“ Suzan Gülfirat

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