• Grüne wollen "Italienisches Modell" auf Berlin übertragen: Straßen für Spaziergänger

Berlin : Grüne wollen "Italienisches Modell" auf Berlin übertragen: Straßen für Spaziergänger

suz

Freie Fahrt für Skater und Fahrradfahrer auf der Stadtautobahn und gefahrenlose Spaziergänge rund um das Brandenburger Tor und den Alexanderplatz könnten bald möglich sein, ginge es nach dem Grünen. Nach dem Vorbild von Rom und weiteren 144 italienischen Städten soll es auch in der Hauptstadt mindestens vier autofreie Sonntage im Jahr geben. Dort standen am Sonntag, den 5. März, auf Initiative des grünen Umweltministers die Autos still.

An den autofreien Sonntagen sollten Teile der Innenstadt gesperrt werden und die Berliner das Nahverkehrssystem kostenlos nutzen dürfen, erklärte der verkehrspolitische Sprecher von Bündnis 90 / Die Grünen, Michael Cramer. Außerdem sprach er sich dafür aus, dass sich Berlin am Freitag, den 22. September, an dem in ganz Europa vorgesehenen autofreien Tag beteiligt. Auch Hamburg habe dies bereits beschlossen, sagte Cramer weiter. Für beide Vorhaben hat die Partei entsprechende Anträge im Abgeordnetenhaus gestellt.

Aus der CDU kündigt sich jedoch Widerstand an. "Wir sind für freiwilligen Autoverzicht", sagt der Sprecher der CDU-Fraktion Markus Kauffmann. Und auch der Vorsitzende des SPD-Umweltausschusses Jürgen Radebold, sagt nur: "Vielmehr sollten die Bürger darüber nachdenken." Skeptisch ist auch die Sprecherin der BVG, Barbara Mansfield. "Die Umweltkartenbesitzer sind gegenüber den echten kostenlosen Fahrern dann im Nachteil", sagt sie. Doch Aufrufe zum freiwilligen Autoverzicht blieben erfahrungsgemäß ungehört. Anfang der siebziger Jahre wurden aufgrund der Ölkrise autofreie Tage per Gesetz verordnet.

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben