Berlin : Grünen-Politikerin erhebt erneut Vorwürfe gegen den Zoo

Grünen-Tierschutzpolitikerin Claudia Hämmerling hat erneut schwere Vorwürfe gegen Tierpark- und Zoochef Bernhard Blaszkiewitz erhoben. Demnach soll der Zoochef weiterhin Tiere an Werner Bode, einen „zwielichtigen Tierhändler“, verkaufen, obwohl dieser bereits 2006 seine Konzession abgemeldet habe und sein Geschäft als Rentner betreibe. Die Tiere – Hirsche, Alpaka, Klapperschlangen, Kängurus, Antilopen oder Affen – seien an andere Tierhändler und Zuchtfarmen weiterverkauft worden, die nicht als „verantwortungsvolle Tierparks“ bezeichnet werden könnten. „Das Zootier wird zur Handelsware. Das ist nicht Aufgabe eines Zoos“, kritisierte Hämmerling.

Bode sei seit 25 Jahren ein „verlässlicher Partner“ für viele deutsche Zoos, entgegnete Zoo-Sprecherin Claudia Bienek. Nach wie vor sei er als Transporteur und Vermittler tätig. Hämmerling betont, er beliefere auch Schlächter und Labore. Generell müsse der Zoo die Bücher detaillierter und offener führen.

Außerdem warf Hämmerling dem Tierpark-Chef vor, im Mai 2004 ohne Genehmigung Füchse gejagt zu haben – und präsentierte dazu die Kopie eines Tischkalenders mit Eintragungen. Der Tierpark teilte mit, man habe in den 90er Jahren so lange Füchse gejagt, wie man eine Abschussgenehmigung dafür gehabt habe.

Die von Berlins Tierschutzbeauftragtem Klaus Lüdcke angekündigte Untersuchungskommission soll im Herbst neue Untersuchungen vornehmen. Die Kommission besteht aus Amtstierärzten, einem Zoologen und einem Tierethiker. Die Zoo-Fördergemeinschaft warf Hämmerling vor, mit „Halbwahrheiten und Lügen“ zu argumentieren. sib/kög

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