Berlin : Grundschulen:Chaos um die Mittagszeit Eltern klagen über schlechte Hortbetreuung

-

Die Begeisterung über den neuen Hortbetrieb an den Grundschulen hat sich bei einigen Eltern schnell gelegt. Sie berichten von chaotischen Zuständen nach Unterrichtsschluss, weil die Betreuung von hunderten Kindern nicht überall klappt. Die ersten Eltern wollen jetzt dagegen klagen, dass ihnen das neue Schulgesetz die freie Hortwahl genommen hat.

Probleme macht vor allem die Betreuung bis 13.30 Uhr, die jetzt allen Grundschulkindern zusteht. Lehrer und Erzieher bekommen kaum einen Überblick darüber, wer gleich nach dem Unterricht nach Hause geht, wer bis 13.30 Uhr bleibt und wer in den Hort wechselt.

Noch komplizierter wird es, wenn die Schule zu wenig Platz hat und der Hort zu freien Trägern außerhalb der Schule ausgelagert ist: Die freien Träger werden erst ab 13.30 Uhr bezahlt. Dies bedeutet, dass die Kinder gezwungen sind, so lange in dem beengten Schulhaus zu bleiben. Allerdings haben sich etliche Schülerläden inzwischen dazu entschlossen, die Kinder gleich nach dem Unterricht abzuholen, damit sie früher zur Ruhe kommen.

Dieses Engagement kommt aber nicht überall gut an. Einige verunsicherte oder von ihren Vorgesetzten falsch informierte Schulleiter gaben Anweisung, die Kinder bis 13.30 Uhr festzuhalten. „Das grenzte an Freiheitsberaubung“, berichtet Andrea Beusmann, eine Mutter aus der Anna-Lindh-Grundschule in Wedding. Jetzt hat die Schulleiterin die Anweisung bekommen, den Unterricht so über den Vormittag zu verteilen, dass er bis 13.30 dauert und mittags kein Leerlauf entsteht. Das aber erschwert die Organisation des Schultages zusätzlich.

Und noch etwas verärgert die Eltern: Das neue Schulgesetz verbietet es ihnen, den Hort frei zu wählen. Jetzt haben die Schulen das Sagen. „Etliche Eltern wollen dagegen klagen“, berichtet der Dachverband der Schülerläden. sve

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben