Berlin : Grundschulen sollen Hochbegabte gezielt fördern Böger plant Modellversuch und

Intelligenztest für Schnellläufer

Susanne Vieth–Entus

Hoch begabte Kinder sollen künftig schon in der Grundschule gezielt gefördert werden. Nach Informationen des Tagesspiegel startet Bildungssenator Klaus Böger (SPD) bereits nach den Sommerferien einen entsprechenden Schulversuch in mehreren Bezirken. Das Vorhaben ist ein wichtiger Baustein in dem lang erwarteten Hochbegabtenkonzept, das Böger am 23. Februar vorstellen wird. Außerdem sollen die Plätze in den so genannten Schnellläuferklassen künftig gezielter als bisher an Hoch- und Höchstbegabte vergeben werden. Auch Intelligenztests sind vorgesehen.

Bislang war Hochbegabtenförderung in Berlin eher dem Zufall oder der Eigeninitiative von Vereinen überlassen. Hochintelligente Kinder landeten nicht selten beim Psychiater, weil die Schulen nicht in der Lage waren, mit den Besonderheiten dieser Schüler umzugehen. Das neue Schulgesetz, das am 1. Februar in Kraft trat, verlangt erstmals ausdrücklich die Förderung dieser Schülergruppe. Für Böger ist dies das Startsignal, um endlich sein Hochbegabtenkonzept vorzustellen, das bereits seit über einem Jahr in der Schublade liegt.

Das Ursprungskonzept ist allerdings in der Zwischenzeit nochmals erweitert worden. Offenbar unter dem Eindruck der neuen „Elitediskussion“ ist dort sogar vorgesehen, dass es künftig Intelligenztests geben soll, um tatsächlich die Höchstbegabten zu ermitteln. Die Tests sollen insbesondere eine Rolle spielen bei der Zusammenstellung der „Super-Schnellläuferklassen“, die schon nach elf Jahren zum Abitur führen sollen.

Dem Vernehmen nach soll es ein mehrstufiges Verfahren geben, um die richtigen Schüler auszuwählen. Neben den Noten der Grundschule soll ein Gespräch mit dem Schüler in die Entscheidung einfließen sowie der Intelligenztest. Bisher wurden die Schüler mittels Losverfahren ermittelt, was immer wieder kritisiert worden war.

Zu den Grundschulen, die den Schulversuch zur Hochbegabtenförderung anbieten werden, sollen jene Schulen gehören, die sich bereits in den vergangenen Jahren mit diesem Thema vertraut gemacht haben. Dies sind etwa die Frohnauer Renée-Sintenis-Grundschule, die Zehlendorfer Kronach-Grundschule, die Gatower Grundschule am Windmühlenberg und die Karlshorster Richard-Wagner-Schule.

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