Grunewald : David Lynch baut Uni auf dem Teufelsberg

Ab Februar 2008 wird Hollywood-Regisseur David Lynch Besitzer des Teufelsbergs sein. Dort will er die "Universität des unbesiegbaren Deutschland" errichten. Vor der Grundsteinlegung kam es in der Urania zum Eklat.

Teufelsberg
David Lynch (links) mit Guru Schiffgens und dem Entwurf des geplanten Universitätsgebäudes. -Foto: ddp

BerlinAls der Regisseur bereits am Dienstag in der Urania sein Projekt vorstellte, kam es zu obskuren Szenen. Er und der Guru Roja Emanuel Schiffgens präsentierten das Modell des geplanten Gebäudes auf dem ehemaligen Horchposten der US-Streitkräfte. Ein "Deutscher mit weißem Umhang und goldener Krone kam auf die Bühne und nannte sich Raja von Deutschland", berichtet ein Augenzeuge. "Dieser Typ war der Oberguru und wir sollten alle gemeinsam dreimal sagen: 'Deutschland ist unbesiegbar'. Das hatte irgendwie was von Sekte."

Das Publikum reagierte mit lautstarken Unmutsäußerungen wie Buh- und "Das hat Hitler auch gesagt"-Rufen. Als Antwort wurde darauf verwiesen, dass dieser lediglich nicht die richtigen technischen Mittel gehabt habe, was die Emotionen endgültig hochkochen ließ. Auch bei der am Mittwoch folgenden symbolischen Grundsteinlegung war der Guru Roja Emanuel Schiffgens anwesend. Im Rahmen einer nächtlichen Zeremonie zeichnete David Lynch Symbole des indischen Gurus Maharishi Mahesh Yogi auf die Grundsteine. Dieser soll eine spezielle Entspannungsmethode entwickelt haben, die in der Universität in Meditationskursen vermittelt werden soll.

Die geplante Hochschule in Berlin soll Studenten Abschlüsse in traditionellen akademischen Disziplinen wie zum Beispiel Naturwissenschaften anbieten. Gleichzeitig sollen vor allem auch Meditationstechniken gelehrt werden, um den Lernenden mehr Souveränität und Friedfertigkeit im täglichen Leben zu ermöglichen. Außerdem soll das Bewusstsein der Menschen verändert werden: Ganze Nationen sollen von Krieg und Aggressionen, von stressbedingten Krankheiten und Süchten befreit werden, heißt es in der "B.Z."

Der bisherige Grundstückseigentümer Hanfried Schütte wird in der Bild-Zeitung zitiert, er habe "mit Herrn Lynch die letzten Details zum Verkauf geklärt. Jetzt ist endlich alles unter Dach und Fach. Das ganze Plateau wird Ende Februar 2008 übertragen." Da auf dem Areal Grundschulden in Millionenhöhe liegen, war der Verkauf in der Vergangenheit immer wieder gescheitert. (rope)

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