Berlin : Grunewaldturm: Neuer Pächter drängt auf schnelle Sanierung

„Der Turm muss schnell saniert werden“, sagt Björn Hansow. „Ohne ihn geht nichts, er ist ein Werbefaktor.“ Der gebürtige Bremer und gelernte Koch spricht von „meinem Turm“, entworfen von Franz Schwechten wie die ebenfalls baufällige alte Gedächtniskirche, über die gerade so viel gesprochen wird. Sein Grunewaldturm, ebenfalls ein Berliner Wahrzeichen, ist seit knapp einem Jahr wegen des maroden Treppenhauses gesperrt. Und er, Hansow, ist der neue Pächter des traditionsreichen Restaurants zu Füßen des Turms. Doch die Schließung ist ein Risiko für die vielen Pläne, die der neue Chef hier hat. Der landeseigene Turm lockt viele Menschen an und enttäuscht immer wieder, weil er unzugänglich ist.

Gerade lässt der 32-jährige Pächter das Restaurant und die Küche umbauen und neu einrichten. Das dauert vermutlich bis zum Herbst. Der Betrieb ist derweil auf die Terrasse und einen Kiosk beschränkt, der an Gerichten, etwa Spanferkelbraten, bietet, was sich bei beschränktem Raum herausholen lässt. Dann will der neue Pächter einen Biergarten bauen, halbkreisförmig, mit drei Terrassen.

Die Minigolfanlage ist verschwunden. Es soll einen Abenteuerspielplatz und sogar eine Bühne geben. Neben dem Restaurant mit 285 Plätzen stünden draußen künftig rund 600 Plätze zur Verfügung, so dass ein Toilettenhaus geplant ist. „An den Biergarten traue ich mich aber erst heran, wenn der Turm wieder offen ist“, sagt Hansow. Rund eine Million Euro will er investieren, 40 bis 60 Arbeitsplätze schaffen.

Hansow braucht für seine Pläne langen Atem. Die Senatsverwaltung für Stadtenwicklung lässt gerade die nach einem Gutachten 438 000 Euro teure Treppensanierung ausschreiben. Dann soll noch das Turmgemäuer saniert werden, die Kosten sind bislang unklar, gehen in die Millionen. Zunächst muss ein Gerüst an den Turm. Ob er zumindest 2009 wieder geöffnet werden kann, lasse sich noch nicht sagen, teilt die Behörde mit. C. v. L.

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