Berlin : Gucken und Feiern

Christine Lang

Ein Filmfestival steht ins Haus! Da fallen immer ein paar Partys ab. Nun könnte man einwenden, dass es nichts Uninteressanteres als Filmpartys gibt, weil die „Leute vom Film“ immer so ehrgeizig und angespannt sind. Aber beim „achtung berlin Festival“ ist das bestimmt anders. Das kleine Festival, das zum zweiten Mal im Hackesche-Höfe-Filmtheater stattfindet, widmet sich jungen Produktionen aus Berlin und Brandenburg. Ergänzend zum Filmprogramm gibt es Partys, bei denen die Musik nicht Background für Businessgespräche, sondern tatsächlich cool ist. Der heutige Empfang im Münzclub ist nur für geladene Gäste, aber gleich am Freitag findet die offizielle Party im Club 103 statt, unter anderem mit einem Liveauftritt von Kaos feat. Khan.

Bevor es am Mittwoch nächster Woche zur großen Abschiedsparty in die HomeBase geht, sollte man sich die Sondervorführung des preisgekrönten Films „Between the devil and the wide blue sea” mit anschließender Party am Sonntag in der Volksbühne nicht entgehen lassen. „Between the devil...“ ist nach „196 bpm“ die zweite filmische Musikdokumentation von Romuald Karmakar. Der Mann arbeitet weniger journalistisch, sondern als strenger Beobachter eines subkulturellen Phänomens. In langen Plansequenzen, mit einer intuitiv geführten DV-Kamera, fängt er die Live-Auftritte einer neuen Musikergeneration ein, von Alter Ego bis Xlover, ohne Interviews, ohne Kommentar. Damit bringt er den Club quasi ins Kino, und das sogar mit Mehrwert: die ekstatische Performance von T.Raumschmiere ließe sich als Besucher nicht annähernd so gut beobachten, wie es Karmakar in exponierter Stellung von der Bühne aus gelingt. Als Zuschauer findet man sich mitten im Geschehen wieder und kann es gleichzeitig von außen erfassen.

Im Programm des Festivals läuft noch ein weiterer Musikfilm, der die Berliner Clubszene zum Thema hat: „Feiern“ von der HFF-Studentin Maja Classen ist ein Porträt in „19 Gesprächen, 56 Nächten und 13 Tracks“. Der Werbeslogan des Films lautet: Don’t forget to go home! Das ist wohl auch das passende Motto für die Festival-Woche.

So, 14.5., um 21.30 Uhr: „Between the devil and the wide blue sea“ im Großen Saal der Volksbühne, im Anschluss Party im Sternfoyer mit DJ-Sets von Cobra Killer, T.Raumschmiere und Fetisch (Lotterboys), Rosa-Luxemburg-Platz 2, Eintritt 8 €, erm. 6 € / nur Party: 5 € – Programm unter www.achtungberlin.de.

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