Berlin : Günter Nooke will in Pankow CDU-Kreisvorsitzender werden

Sabine Beikler

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Günter Nooke wird als Kreisvorsitzender der Berliner CDU in Pankow kandidieren. „Wir müssen uns so stark wie möglich in den Kreisverbänden aufstellen. Dazu will ich mit meinen politischen Erfahrungen beitragen“, sagte Nooke dem Tagesspiegel am Sonntag. Der amtierende Kreisvorsitzende René Stadtkewitz wird bei den Kreisvorstandswahlen am 9. April erneut kandidieren. Er habe die Kandidatur Nookes „überrascht“ zur Kenntnis genommen und sehe der Wahl „sportlich und gelassen“ entgegen, sagte Stadtkewitz. Die CDU in Pankow ist mit 600 Mitgliedern der stärkste Kreisverband der Union im Ostteil der Stadt.

Seit 1998 ist Nooke, 46, CDU-Bundestagsabgeordneter. 2002 zog er als Spitzenkandidat über die Landesliste der Berliner CDU für die Bundestagswahl wieder in den Bundestag ein. Damals holte ihn die CDU nach Pankow, nachdem er sich nicht gegen Eberhard Diepgen durchsetzen konnte: Eigentlich wollte Nooke für den symbolträchtigen Bezirk Mitte in den Wahlkampf ziehen. Doch Diepgen setzte sich durch, bekam den Wahlkreis und sollte auch Spitzenkandidat werden. Das wiederum konnte Nooke verhindern.

Als er dann 2002 mit dem stellvertretenden Landesvorsitz in der Berliner CDU liebäugelte, fand er keine Mehrheit. Nooke hatte sich als Initiator des Gesprächskreises „Hauptstadt-Union“ keine Freunde in der Landespartei gemacht: Die Gruppe von Berliner CDU-Mitgliedern, die überwiegend nach dem Mauerfall oder durch den Regierungsumzug in die Stadt kamen, nennt sich „Hugenotten“. Als der Kreis mit damals rund 100 Mitgliedern Ende 2002 seine Thesen zur Hauptstadtdebatte veröffentlichte, eskalierte die Auseinandersetzung mit der Landespartei, die kein Interesse an einer „Partei in der Partei“ hatte. Monate später wurde der Streit beigelegt.

Auf Nookes jetzige Kandidatur für den Kreisvorsitz reagiert die CDU gelassen: Es werden ihm wenig Chancen eingeräumt. Parteiinterne Kritiker in den zehn Pankower Ortsverbänden werfen ihm vor, er sei kein besonders guter Teamspieler.

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