Berlin : Gurkas Vertrag noch nicht unterzeichnet Chef von Berlin Partner soll aber bleiben

Anders als bisher berichtet, wurde der Vertrag mit dem Geschäftsführer von Berlin Partner René Gurka noch nicht verlängert. Der Aufsichtsratschef der mit 8,4 Millionen Euro öffentlicher Gelder subventionierten Gesellschaft, Peter Zühlsdorff, bestätigte entsprechende Recherchen des Tagesspiegel: „Der Vertrag mit Herrn Gurka ist noch nicht unterzeichnet.“ Die Gesellschaft wird zurzeit von Wirtschaftsprüfern durchleuchtet, weil es Hinweise darauf gibt, dass es bei der Vergabe von Aufträgen zu Unregelmäßigkeiten gekommen sein könnte.

Wie berichtet, erhielt eine externe Rechtsanwaltskanzlei den Auftrag, eine Mitarbeiterin von Berlin Partner zu beraten, obwohl deren Ehemann bei der Kanzlei in herausgehobener Stellung beschäftigt ist. Gurka hatte als „Budgetverantwortlicher“ selbst auch Eingangsrechnungen der Rechtsanwaltskanzlei unterzeichnet, damit diese bezahlt werden konnten.

Dass die Verlängerung des Vertrages mit Gurka noch nicht unterzeichnet ist, hat laut Aufsichtsratschef Zühlsdorff nichts mit den Affären um die Gesellschaft zu tun. Vielmehr habe „der Vertrag noch nicht inhaltlich besprochen werden können, da sich der Aufsichtsratsvorsitzende in der Urlaubszeit befand“. Die dritte Affäre innerhalb von eineinhalb Jahren könnte nun aber der Unterzeichnung im Wege stehen. Zumal der Beschluss des Aufsichtsrates zugunsten einer Verlängerung des Vertrages von René Gurka bereits am 10. Juni gefallen war – lange bevor die neue Affäre ins Rollen kam.

Die CDU-Fraktion hat aufgrund der jüngsten Enthüllungen beantragt, dass Wirtschaftssenator Harald Wolf (Linke) am 29. August dem Wirtschaftsausschuss des Abgeordnetenhauses berichten soll. Dem Vernehmen nach werden die Wirtschaftsprüfer von KPMG dann bereits ihren Bericht zu dem Fall vorgelegt haben. Meinungen, wonach die KPMG als zahlendes Mitglied der Berlin Partner den Vorgängen nicht neutral gegenüberstehen könnte, wies Zühlsdorff zurück.

Mit den umstrittenen, einem anonymen Schreiben zufolge nicht ausgeschriebenen Beratungsaufträgen geraten die Berlin Partner unter Gurkas Führung zum dritten Mal in die Kritik. Zuvor hatte die Geschäftsführung Möbel im Wert von 145 000 Euro ohne Ausschreibung erworben. Gerade noch gestoppt wurde nach Berichten des Tagesspiegels die Verwendung öffentlicher Mittel als „Handgelder“, mit denen Journalisten im Ausland zur Teilnahme an einer Pressekonferenz der Berlin-Werber bewegt werden sollten. Gerätselt wird ferner über die Gründe für das Retuschieren von Gurkas Lebenslauf. Einem internen Protokoll zufolge sollten „jegliche Hinweise auf den Bachelor of Law von Herrn Gurka aus allen internen Dokumenten und unserem Internetauftritt gelöscht werden“. Unklar ist weiter, ob Gurka überhaupt einen Hochschulabschluss besitzt. ball

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