Gutachten : Ex-Aubis-Chef weiter verhandlungsunfähig

Das Steuerstrafverfahren gegen den früheren Aubis-Chef Christian Neuling wird voraussichtlich eingestellt. Hintergrund ist ein aktuelles Gutachten, das die Verhandlungsunfähigkeit des 63-Jährigen ein weiteres Mal bestätigt.

Berlin - Im Zusammenhang mit einem Strafverfahren wegen Steuerhinterziehung gegen Neuling und ursprünglich vier weitere Angeklagte war der 63-Jährige zu Prozessbeginn Ende November nicht erschienen. Im September hatte die Teilnahme des 63-Jährigen am Berlin-Marathon für Schlagzeilen gesorgt.

Nachdem beim Gericht Zweifel an der attestierten Krankheit Neulings aufgekommen waren, wurde eine weitere Begutachtung durch einen anderen Sachverständigen angeordnet. Nach Angaben der Justizpressestelle vom Freitag bestätigt das aktuelle Gutachten nunmehr vorherige Einschätzungen, wonach Neuling derzeit an Depressionen leide und "bis auf weiteres nicht in der Lage ist, sich dem Steuerstrafverfahren zu stellen".

Vorwurf: 2,4 Millionen Euro hinterzogen

In dem Prozess wird Neuling und anderen Mitbeschuldigten vorgeworfen, im Zusammenhang mit der Übertragung eines Teils der Aubis-Plattenbauten auf einen von der Berlin Hyp aufgelegten Fonds in den Jahren 1997 bis 1999 Grunderwerbssteuern an das Finanzamt nicht ordnungsgemäß abgeführt zu haben. 2,4 Millionen Euro sollen an Steuern hinterzogen worden sein, indem die Behörde über wichtige Sachverhalte in Unkenntnis gelassen wurde.

Wie die Justizpressestelle mitteilte, wird die Wirtschaftsstrafkammer voraussichtlich am kommenden Montag das Steuerstrafverfahren gegen Neuling einstellen. Erst Ende April hatte das Landgericht Berlin aus gesundheitlichen Gründen ein Betrugsverfahren gegen Neuling vorläufig ausgesetzt. Zuvor war bereits sein früherer Partner Klaus-Hermann Wienhold wegen Verhandlungsunfähigkeit aus dem so genannten Aubis-Verfahren ausgeschieden. Der Prozess hatte zwei Jahre gedauert. (Von Beatrix Boldt, ddp)

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