Berlin : Gute Laune in Galerien

BERLINER KULTURBETRIEBE: Die wirtschaftliche Lage bessert sich

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Berlin Die Stimmung in Berliner Theatern, Museen und anderen Kultureinrichtungen hellt sich auf. Der Kulturindex Berlin 2004, ein Stimmungsbarometer für die wirtschaftliche Lage der Berliner Kulturlandschaft, liegt bei 41 Punkten und damit um fünf Punkte höher als bei der Umfrage im Herbst 2003. Ein Grund für die bessere Stimmung könnten die gestiegenen Verkaufseinnahmen sein. Dieser Wert kletterte von 37 auf 59 Punkte. Allerdings deuten die Steigerungen noch keine Trendwende an, da Werte unter 50 auf einer Skala von Null bis 100 im negativen Bereich liegen. Hier zeigt sich, dass die Sparvorgaben des Senats den Kulturbetrieb getroffen haben. Die schlechte gesamtwirtschaftliche Konjunktur tut ihr übriges dazu.

Projektleiter Klaus Siebenhaar wertet den Anstieg des Indexes dennoch als positives Signal. „Die Zeichen stehen auf Aufbruch“, sagt Siebenhaar. „Trotz der schwierigen Rahmen- und Marktbedingungen im Kulturbereich hat der Standort Berlin Zukunft, und nicht nur die boomenden Kulturtourismuszahlen stimmen optimistisch.“

Besser als die Lage der gesamten Kulturlandschaft beurteilen die Kultureinrichtungen ihre eigene Situation. Der Wert der Selbsteinschätzung kletterte von 54 auf 57 Punkte. Deutlich wird der Unterschied bei den Galerien. Während Berliner Galeristen die Gesamtsituation mit 35 Punkten bewerten, schätzen sie ihre eigene Lage mit 71 Punkten erheblicher positiver ein. „Den Galerien geht es gut“, sagt Gerd Harry Lybke, Geschäftsführer der Galerie „Eigen + Art“. „Berlin hat sich als Handelsplatz für internationale Kunst etabliert. Hier treffen sich Käufer aus ganz Europa.“ Außerdem hätten die Galerien vom MoMA profitiert.

Der Kulturindex Berlin wurde erstmals im Herbst 2003 vom Institut für Kultur- und Medienmanagement und der Industrie- und Handelskammer Berlin erhoben. Die Umfrage soll im halbjährlichen Turnus fortgesetzt werden. Ziel des Indexes ist, die diffuse Stimmung im Kulturbereich mit Hilfe einer objektiven Kennzahl abzubilden. Er errechnet sich aus einem Rückblick auf das letzte Halbjahr und einem Ausblick auf das kommende Halbjahr. Dazu werden Einrichtungen des öffentlichen Kulturbereichs, zum Beispiel Museen oder Theater, und ausgewählte private Unternehmen der Kulturwirtschaft wie Galerien und Buchverlage befragt. An der aktuellen Untersuchung beteiligten sich 132 Einrichtungen und Unternehmen.höl

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