Gutshof Britz : Kaffeetrinken mit Musik und Hühnern

In Britz ist der zum Schloss gehörende Gutshof renoviert und zum Kulturzentrum umgestaltet worden. Nach vierjähriger Bauzeit verschwinden jetzt die letzten Zäune.

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Nach vierjähriger Bauzeit kann der Gutshof Schloss Britz wieder vollständig in Betrieb genommen werden.Weitere Bilder anzeigen
Foto: Kitty Kleist-Heinrich
31.08.2011 14:37Nach vierjähriger Bauzeit kann der Gutshof Schloss Britz wieder vollständig in Betrieb genommen werden.

Berlin - Am einen Ende riecht es nach Stall, am anderen nach Kaffee: In Britz ist der zum Schloss gehörende Gutshof renoviert und zum Kulturzentrum umgestaltet worden. Nach vierjähriger Bauzeit verschwinden jetzt die letzten Zäune, am Sonnabend ab 12 Uhr sind alle Berliner zum Feiern eingeladen. Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky (SPD) stellte das Ensemble am Mittwoch vor.

Als Erstes zog 2009 die Musikschule ins frühere Gutsverwalterhaus. Wöchentlich erhalten hier 650 Kinder Unterricht. 2010 folgte das Museum Neukölln in den früheren Pferdestall; schon 30 000 Menschen haben es besucht. Als Nächstes kam der Ochsenstall hinzu, der vom Hotel Estrel als Veranstaltungsort bewirtschaftet wird. „Wir dachten, solange hier Baustelle ist, werden nur Spezialisten und Masochisten kommen“, sagte Buschkowsky. Ein Irrtum: Schon 60 000 Menschen feierten dort. Annette Bramkamp vom Estrel, das auch das Schlosshotel und -restaurant betreibt: „Bis Herbst 2012 ist der Ochsenstall ausgebucht.“

Als jüngster Bauabschnitt war der frühere Kuhstall dran, der nun „Kulturstall“ heißt. 300 Zuschauer passen in den Saal; ins Schloss passten nur 80, etliche mussten dort bei Konzerten abgewiesen werden. Nun schmückt ein eigens angeschaffter Bechstein-Flügel die Bühne, es wurde lange an der Akustik getüftelt – mit Erfolg. Das Foyer des Kulturstalls mit Blick auf den alten Baumbestand des Gutsparks wird vom neuen Restaurant mitversorgt.

Dieses wiederum betreibt Sternekoch Matthias Buchholz, früher Küchenchef im „First Floor“. Er will in Erdgeschoss und Garten „legere Landhausküche“ bieten, im ersten Stock hingegen Gourmetküche. Eins greift hier ins andere: Eltern trinken bei Buchholz Kaffee, während sie auf die Musikschüler warten, mit denen sie dann noch das Museum oder die Tiere besuchen. Auf dem Gelände leben Tiere alter Nutztierrassen in neuen Ställen, zum Beispiel Kühe, Ziegen, Pferde und Schafe. Am Ende sollen sogar die Hühner frei herumlaufen.

Letzter Bauabschnitt ist die Freilichtbühne, die noch in diesem Jahr fertig werden soll. 12,5 Millionen Euro hat der Umbau dann in den vier Jahren gekostet. Fatina Keilani

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