H1N1 : BVG will Fahrgäste vor Schweinegrippe warnen

Wegen der steigenden Zahl an Schweinegrippe-Erkrankungen denkt die BVG über neue Vorkehrungen nach: Im Berliner U-Bahn Fenster sollen Verhaltensregeln über den Bildschirm flimmern.

Wegen der steigenden Zahl an Schweinegrippe-Erkrankungen denkt die BVG über neue Vorkehrungen nach: Im Gespräch ist, auf den Bildschirmen in den U-Bahn-Wagen – dem sogenannten Berliner Fenster – auf entsprechende Verhaltsregeln und Hygienemaßnahmen hinzuweisen, kündigte Sprecher Klaus Wazlak an. Wann diese Spots laufen sollen, stehe bislang jedoch nicht fest.

Die BVG gibt sich trotz eines Vorfalls vom Wochenende entspannt. Ein aus Spanien kommender Reisebus mit 74 Schülern hatte schon auf der Fahrt das Gesundheitsamt Charlottenburg-Wilmersdorf informiert, weil sieben Passagiere an Bord über schwere Grippesymptome klagten. Amtsleiterin Claudia Kaufhold empfing die Reisegruppe auf dem von der BVG betriebenen Zentralen Omnibus Bahnhof (ZOB) persönlich. Sie händigte Infoblätter aus und empfahl den Betroffenen einen Schnelltest beim Hausarzt. Ergebnisse lagen bis Dienstagnachmittag jedoch noch nicht vor.

Das Verhalten des Busfahrers, der sich über Handy mit dem Gesundheitsamt in Verbindung gesetzt hatte, bezeichnete BVG-Sprecher Wazlak als vorbildlich. Private Busunternehmen müssten ihr Personal selbst schulen und anweisen, das sei in diesem Unternehmen offenbar geschehen. Die Mitarbeiter der BVG wurden bereits vor zweieinhalb Monaten über Hygienemaßnahmen unterrichtet. Zudem trifft sich regelmäßig eine Arbeitsgruppe mit Vertretern der Gesundheitsverwaltung, um Was-wäre-wenn-Szenarien zu besprechen. Zur Sorge bestehe vorerst jedoch kein Anlass: „Wir sind weit entfernt von einer krisenhaften Situation.“ Wazlak appelliert dennoch an alle Fahrgäste, bei Symptomen wie Husten und Fieber die öffentlichen Verkehrsmittel lieber zu meiden, aus Rücksichtnahme gegenüber Mitreisenden.

Bislang haben sich 133 Berliner nachweislich mit dem Schweinegrippevirus H1N1 infiziert. Etwa zwei Drittel der Infektionen erfolgten im Ausland, vor allem in Spanien und England. Die Senatsverwaltung für Gesundheit geht davon aus, dass in den nächsten Wochen mit weiteren Fällen zu rechnen ist, weil der Reiserückverkehr bevorsteht. Zudem steht die Leichtathletik-WM an, zu der Gäste aus der ganzen Welt erwartet werden. Eine vorsorgliche Impfung wird voraussichtlich frühestens ab Ende September angeboten.hey

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