H1N1-Virus : Schweinegrippe: Zahl der Fälle stark gestiegen

Das H1N1-Virus breitet sich rasch aus. In Berlin gab es innerhalb von drei Tagen mehr als 1600 neue, bestätigte Fälle. Grund zur Beunruhigung bestehe jedoch nicht, heißt es bei der Senatsverwaltung für Gesundheit.

Nana Heymann

Am späten Donnerstag traf die neue Lieferung bei der Senatsverwaltung für Gesundheit ein: rund 77.500 Dosen mit dem Impfstoff gegen das H1NI-Virus. Bislang hat Berlin insgesamt 372.500 Einheiten des antiviralen Medikaments erhalten, davon wurden 247.010 ausgeliefert. „Wir haben genügend Impfstoff auf Lager“, sagt Marie-Luise Dittmar, Sprecherin der Gesundheitsverwaltung. „Es gibt keine Engpässe.“ Wie viele Berliner sich impfen lassen haben, könne derzeit noch nicht genau gesagt werden. „Dazu müssen wir erst die Rückläufe der Ärzte abwarten“, so Dittmar. In insgesamt 700 Praxen kann man sich mittlerweile impfen lassen – sie haben entsprechende Verträge mit dem Senat abgeschlossen.

Bislang haben sich 5231 Berliner seit dem Auftreten der Krankheit Mitte Juni nachweislich mit der so genannten Schweinegrippe infiziert. Die Dunkelziffer liegt aber weitaus höher. Wie hoch, sei nicht einzuschätzen, heißt es beim Robert-Koch-Institut. Das hänge von verschiedenen Faktoren ab, unter anderem vom Impfstand und davon, wie sich das Virus entwickelt. Erst zu Beginn der Woche gab es Meldungen, wonach in Großbritannien und Norwegen veränderte Erreger nachgewiesen wurden. Angaben von Medizinern zufolge sind sie jedoch nicht aggressiver als andere Grippeviren. Die vorhandenen Impfstoffe sollen auch gegen die mutierten Viren wirksam sein.

Wann es den neuen Impfstoff geben wird, der ohne Wirkverstärkung auskommt und daher besonders für Schwangere geeignet ist, steht bislang noch nicht fest. Die Zulassung des Mittels werde in Kürze erfolgen, sagt eine Sprecherin des Paul-Ehrlich-Instituts. Erst danach könne die Bestellung und Auslieferung erfolgen. Die Gesundheitsverwaltung rechnet damit, dass dies nicht vor Anfang nächsten Jahres der Fall sein wird.

Unterdessen breitet sich das H1N1-Virus rasch aus. In Berlin gab es innerhalb von drei Tagen mehr als 1600 neue, bestätigte Fälle. Grund zur Beunruhigung bestehe jedoch nicht, sagt Marie-Louise Dittmar. Die Verläufe seien in den meisten Fällen milde. Betroffene sollten dennoch die empfohlenen Vorsichtsmaßnahmen einhalten. Beispielsweise sollten Eltern, deren Kinder erkrankt sind, diese zuhause lassen. Gesunde Kinder könnten auch weiterhin in Kitas und Schulen gehen. Schließungen seien mittlerweile nicht mehr nötig.

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