H1N1-Virus : Vier neue Schweinegrippe-Fälle

Die Zahl der Fälle von Schweinegrippe in Berlin ist auf 27 gestiegen. Am Köpenicker Alexander-von-Humboldt-Gymnasium sind die rund 550 Schüler der Klassen 7 bis 12 am Montag allerdings an die Schule zurückgekehrt.

Udo Badelt

Die Gesundheitsverwaltung teilte am Montag mit, dass bei vier weiteren Personen das H1N1-Virus festgestellt wurde. In allen vier Fällen handelt es sich um Männer, die sich im Ausland angesteckt hatten. Ein 30-Jähriger und ein 45-Jähriger waren zusammen auf Mallorca gewesen. Nach der Heimkehr klagten sie über Beschwerden wie Fieber, Kopf-, Halsschmerzen und Husten und gingen daraufhin zum Hausarzt. „Die Ärzte sind inzwischen schon dafür sensibilisiert, bei Auslandsreisen den Test auf Schweinegrippe zu machen“, sagt Regina Kneiding von der Senatsverwaltung für Gesundheit. Zu den neuen Fällen gehören auch ein 26-Jähriger, der in England war, und ein 20-Jähriger, der mit seiner Klasse von einer Abiturientenfahrt aus Spanien zurückkam. Die engen Kontaktpersonen des 20-Jährigen sind, wie in solchen Fällen üblich, ebenfalls getestet worden, sie waren alle negativ.

Am Köpenicker Alexander-von-Humboldt-Gymnasium sind die rund 550 Schüler der Klassen 7 bis 12 am Montag zu einem Spiel- und Sporttag an die Schule zurückgekehrt. Die Schüler der 13. Klasse haben ihre Abiturzeugnisse bereits erhalten. Am Dienstag werden auch alle anderen Schüler ihre Zeugnisse bekommen, dann beginnen die Sommerferien. Vorletzte Woche waren an dem Gymnasium vermehrt Fälle von Schweinegrippe aufgetreten, woraufhin der gesamte Unterricht für eine Woche ausgesetzt worden war. Die drei amerikanischen Gastschüler, bei denen die Infektion zuerst diagnostiziert worden war, sind inzwischen in ihre Heimat zurückgekehrt.

Der erste Fall in Berlin war am 13. Juni aufgetreten, alle seither registrierten 27 Fälle verliefen leicht. Die Betroffenen müssen in der Regel eine Woche in Quarantäne bleiben, danach ist das Virus durch den Einsatz von Grippemitteln abgetötet und kann nicht mehr weitergegeben werden. Das Landeslabor Berlin-Brandenburg testet zur Zeit täglich die Proben von rund 40 Menschen. Am 11. Juni hatte die Weltgesundheitsorganisation WHO die Schweinegrippe zur Pandemie erklärt. „Seither beobachten wir in allen Regionen eine Häufung von Fällen“, sagt Regina Kneiding. Mit großer Wahrscheinlichkeit werden täglich neue hinzukommen. Udo Badelt

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