Berlin : Hackerangriff auf CDU in Reinickendorf Gruppe „Anonymous“ bezichtigt sich selbst

von

Der Internet-Angriff kam in der Nacht zu Sonntag. Auf der Seite der Reinickendorfer CDU war zu lesen: „Ahoi Deutschland, Ahoi CDU! Wir sind Anonymous. Diese Seite wurde von uns gekapert. AnonGermany ist wieder da! So stark wie nie zuvor, wie ein Phoenix aus der Asche sind wir geboren. Versucht weiter einen Überwachungsstaat aufzubauen. Und ihr bekommt die volle Ladung Lulz! Dies ist unsere letzte Warnung!!! We are Anonymous.“

Der Reinickendorfer CDU-Kreischef und Bundestagsabgeordnete Frank Steffel wusste auf Anfrage am Sonntag noch nicht, dass die Internet-Seite gehackt wurde. „Wir werden die Seite abschalten und prüfen, wie so etwas in Zukunft verhindert werden kann. Eine perfekte Sicherheit im Internet gibt es nicht“, sagte Steffel. Auf der Internet-Seite der CDU-Reinickendorf wurde zwischen 12.30 und 14 Uhr auf eine „technische Störung“ verwiesen. Um 14 Uhr hieß es wieder: „Herzlich willkommen auf der Internet-Seite der CDU Reinickendorf.“ Lorenz Weser, stellvertretender CDU-Fraktionschef, sagte, es habe eine „Sicherheitslücke“ im System gegeben. Diese habe man beseitigt.

Ob es sich bei den Hackern tatsächlich um die Gruppe „Anonymous“ handelte, ist nicht bekannt. Eine schriftliche Anfrage blieb am Sonntag unbeantwortet. Das Hackerkollektiv ist ein dezentrales Netzwerk von Aktivisten, die mit ihren Aktionen gegen Kapitalismus, Globalisierung oder Datenschutzbeschränkungen protestieren. Feste Strukturen gibt es nicht: Die Mitglieder wissen oft selbst nicht, ob Aktionen von einem der Ihren angekündigt werden oder das Werk von Trittbrettfahrern sind. Der auf der CDU-Seite gebrauchte Name „Lulz“ könnte auf die inzwischen aufgelöste Hacker-Gruppe „LulzSec“ hindeuten. Der Name der Gruppe ist im Englischen eine Zusammensetzung aus Lulz – umgangssprachlich für Lacher - und Sec- einer Abkürzung für Sicherheit. Sabine Beikler

0 Kommentare

Neuester Kommentar