Berlin : Häuserkampf? Nicht mit Künast

Foto: dpa/Maurizio Gambarini
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Dass die Immobilienbranche die Farbe Grün nicht mag, ist widerlegt: 14 Prozent der dort tätigen Mitarbeiter wollten sie vor zwei Jahren sogar im Bundestag vertreten sehen – 8,8 Prozent dagegen die Farbe Rot. Zum Heimspiel wurde Renate Künasts Auftritt vor der „Berliner Immobilienrunde“ der Beratungsgesellschaft Zitelmann deshalb aber nicht.

Das liegt daran, dass die Spitzenkandidatin für das Amt der Regierenden Bürgermeisterin in aktuellen Umfragen zur Berliner Wahl deutlich hinter dem amtierenden Regierenden liegt. Es liegt aber auch daran, dass renditehungrigen Immobilienunternehmern Künasts Thesen schwer vermittelbar sind: die Einführung eines „Zweckentfremdungsverbots“ für Wohnungen etwa, die Einschränkung der Umlage von Sanierungskosten auf die Mieten sowie der Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen.

Instrumente aus dem „ordnungspolitischen Gruselkabinett“ nannte der Vizechef des Immobilienverbandes Deutschlands, Michael Schick, die Vorschläge der Grünen Spitzenkandidatin. Das war aber schon der schärfste Angriff. Weil Künast die marktliberalen Giftpillen geschickt in den Nebensätzen ihrer Rede versteckt hatte?

Im Mittelpunkt stand die Forderung nach einem „Leitbild“ für die Stadt. Das hat mit „grünem Tourismus“ zu tun, mit der Umwandlung von Tegel in ein Zentrum für „Stadttechnologien“, die beim ökologischen Umbau der Hauptstadt angewendet werden könnten. Und es hat auch mit den „Kiezen“ zu tun, die Berlin prägen und den Berlinern erhalten bleiben sollen.

Höflicher Beifall brachte das Künast ein. Der war, wie es am Mittagstisch hieß, wohl auch ein wenig Ausdruck von Ratlosigkeit, wohin die Reise nun genau hingeht mit den Berliner Grünen. ball

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