Berlin : Häusliche Gewalt: Zahlen stabil auf hohem Niveau

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Berlin - Die Ermittlungen zu der am Samstagabend in einer Tiefgarage in Gesundbrunnen zusammengeschlagenen Frau lassen laut Polizei auf einen besonders krassen Fall häuslicher Gewalt schließen. So soll die 27-Jährige nicht zum ersten Mal von ihrem Mann geschlagen worden sein.

Wie berichtet war die türkischstämmige Berlinerin am Samstagabend von ihrem Ehemann, ihrem Vater und ihren Brüdern so traktiert worden, dass sie schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht werden musste. Das Ganze geschah offenbar vor den Augen ihrer fünf und sieben Jahre alten Kinder. Wie die brutale Attacke ausgegangen wäre, wenn nicht Passanten Hilferufe gehört und die Polizei informiert hätten, weiß niemand.

Die Polizei möchte zu dem Vorgang zunächst keine weiteren Angaben machen, auch um das Opfer nicht noch mehr zu gefährden. Die Frau erhalte aber Hilfe – ebenso wie ihre Kinder, die am Sonnabend zunächst vom zuständigen Jugendamt in Obhut genommen wurden.

Oft eskaliere die Situation, wenn betroffene Frauen beschließen, sich von dem gewalttätigen Partner zu trennen, sagte eine Mitarbeiterin der BIG-Hotline, die rund um die Uhr telefonisch Hilfe für Opfer häuslicher Gewalt anbietet. Diese Art der Gewalt betreffe durchaus nicht nur Menschen mit Migrationshintergrund, sagte sie.

Die Zahl der Fälle häuslicher Gewalt in Berlin ist in den vergangenen Jahren mit rund 16 000 Fällen pro Jahr auf hohem Niveau stabil geblieben. Wie hoch die Dunkelziffer ist, weiß allerdings niemand. Sandra Dassler

Hinweise und Hilfe finden Frauen rund um die Uhr über die BIG-Hotline Tel. 030 - 61 10 300 oder im Internet unter www.berlin.de/polizei/praevention/gewalt/hg.html

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