Haftstrafe für Missbrauch-Täter : Kita-Gründer gesteht Übergriffe auf 13-Jährigen

Im Dezember wurde Michael J. in U-Haft festgehalten. Nun bestätigte er vor dem Landgericht Berlin, 2007 Aufnahmen von einem 13-Jährigen gemacht zu haben. Es sei ihm um die Bilder und nicht um Sexuelles gegangen.

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Amts- und Landgericht in Berlin-Mitte
Amts- und Landgericht in Berlin-MitteFoto: Thilo Rückeis

Als Gründer des Kinderhilfevereins „Nestwärme“ wurde er bekannt. Nun saß Michael J. vor dem Landgericht. Er hat vor acht Jahren einen Jungen, damals 13 Jahre alt, missbraucht. „Es gab eine pädophile Phase in meinem Leben“, sagte der 53-Jährige. Wegen schweren sexuellen Kindesmissbrauchs in fünf Fällen erhielt er drei Jahre Gefängnis.

Es ist ein Fall, den internationale Ermittlungen wegen Kinderpornografie ans Licht brachten. Bilder, die Michael J. von seinem Opfer 2007 gefertigt hatte, entdeckten drei Jahre später rumänische Fahnder im Internet. Schwarz-rot-goldene Socken trug das Opfer. Einiges deutete aber darauf hin, dass die Kinderpornos in den USA entstanden waren. Dortige Ermittler kamen J. auf die Spur. Er hatte den Jungen auch während eines gemeinsamen Besuchs in Florida nackt vor der Kamera posieren lassen. 

Es ging um Bilder

Damals war J. Geschäftsführer des Vereins mit einer Integrationskita für HIV-infizierte Kinder, den er Mitte der 1990er Jahre gegründet hatte. Anfang 2010 erfuhr man dort von Ermittlungen gegen J. wegen Kinderpornografie. Der Verdächtige musste sofort gehen.

Sein Opfer, ein Kind ohne Vater aus einer sozial schwachen Familie, hatte er 2005 kennengelernt. „Ich habe ihn als Sohn angenommen“, der Angeklagte. Bei den Taten sei es ihm um die Bilder, nicht um Sexuelles gegangen. Sein Anwalt erklärte, weitere Missbrauchstaten im beruflichen oder privaten Umfeld habe es nicht gegeben.

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