Berlin : Haftstrafe für Missbrauch von Kindern

Potsdam - Wegen des sexuellen Missbrauchs von Kindern muss ein Reitlehrer aus Reckahn (Potsdam-Mittelmark) viereinhalb Jahre ins Gefängnis. Das Landgericht Potsdam sah es als erwiesen an, dass der heute 56-Jährige seit den 90er Jahren in mindestens zwölf Fällen Jungen missbraucht hatte. Den Vorwurf der sexuellen Nötigung bestätigte die Kammer hingegen nicht. Die Staatsanwaltschaft hatte zehn Jahre Haft verlangt.

Die Ermittlungen waren vom Vater eines Kindes ausgelöst worden, der im Juni Anzeige erstattet hatte. Da sich der Verdacht aus Sicht der Ermittler erhärtete, kam der Reitlehrer in Untersuchungshaft. Zu Beginn des dritten Verhandlungstages am Donnerstag hatte eines der Opfer als Zeuge ausgesagt und dabei die Anklage gestützt. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit schilderte der heute 24-Jährige einen Vorfall aus der 90er Jahren. Anklagevertreter sagten nach der Befragung, der ehemalige Reitschüler habe den Vorwurf in vollem Umfang bestätigt.

Laut Staatsanwaltschaft ist der Angeklagte „gezielt und planmäßig“ vorgegangen, indem er seinen Reiterhof als Abenteuerspielplatz gestaltet und vor allem Jungen angelockt habe. Besonders perfide sei, dass er Fragen und Neugierde der pubertierenden Jungen zu Sexualität und Mädchen für seine eigenen Triebe ausgenutzt habe. Da der Mann kein volles Geständnis ablegte, mussten vor Gericht Opfer befragt werden. Das dürfe jedoch keinen Einfluss auf das Strafmaß haben, hatte der Verteidiger in seinem Schlussvortrag betont und hinzugefügt: „Wenn es zur Aufklärung beiträgt, müssen bei allem Bedauern auch die Geschädigten gehört werden. “ Nach dem Willen der Verteidigung sollte der Reitlehrer nur für drei Jahre in Haft. dapd

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