Berlin : Haftstrafe für Trabrennfahrer nach Todesschüssen auf Ehefrau

Vier Schüsse hatte Trabrennfahrer Bernd W. auf seine 27 Jahre jüngere Ehefrau abgefeuert. Der 63-Jährige drückte ab, als sie im Bett lag. Aus Sicht der Richter war ihm nicht zu widerlegen, dass er in einem heftigen Streit um Liebschaften der attraktiven Thailändern zur Pistole griff. Nach seiner Version wollte er sie nur „beruhigen“ und mit ihr reden. W. wurde am Donnerstag des Totschlags in einem juristisch minder schweren Fall schuldig gesprochen. Für sechs Jahre und neun Monate soll er hinter Gitter.

Drei Jahre waren der Pferdesportler und die 36-jährige Thailänderin verheiratet. Für ihn war es die dritte Ehe. Es sei eine ungleiche Beziehung gewesen, sagte der Vorsitzende Richter. Bernd W. habe Thanaporn W. abgöttisch geliebt und sei ihr hörig gewesen, sie aber habe ihn immer wieder gedemütigt, gekränkt, finanziell ausgenutzt und mit anderen Männern betrogen. Der Streit am frühen Morgen des 31. Oktober letzten Jahres „war der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte“, befand das Gericht.

Von Freunden war W. vor der Heirat gewarnt worden. Hinter ihm lagen schon zwei gescheiterte Ehen mit deutlich jüngeren Frauen. „Diesmal ist es anders“, verkündete er damals. Ein Psychiater sagte im Prozess, W. habe junge attraktive Frauen zur Aufwertung seines Selbstwertgefühls genommen.

Das Zusammenleben wurde bald von Eifersucht überschattet. Die Frau arbeitete in einem Massagesalon und bot auch sexuelle Dienste an. W. stellte sie oft zur Rede. Einmal kam er unerwartet in die gemeinsame Reinickendorfer Wohnung und erwischte sie mit einem Liebhaber. Der zuletzt arbeitslose W. wollte sich nach seiner Version kurz vor der Tat eigentlich trennen. Sie aber habe ihn angerufen, er sei wieder schwach geworden.

Als es erneut Streit gab, verließ er die Wohnung. Viel Whisky will er getrunken haben. Bei seiner Rückkehr sei seine Frau aufgewacht. Wieder sei es zum Streit gekommen. Weil sie „aggressiv werden konnte“, habe er die Pistole genommen. „Ich wollte sie nicht töten“, beteuerte er. Der Staatsanwalt hatte neun Jahre Haft verlangt, fünf die Verteidigerin. K.G.

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