Berlin : Haftstrafe nach Brandstiftung

Streit um Hundegebell war eskaliert

Beim Anblick der Bilder musste der Zeuge schlucken. Die Fotos zeigten, wie Flammen und Rauch in seiner Charlottenburger Wohnung gewütet hatten. „Ich wachte durch einen Knall auf und konnte mich gerade noch in Sicherheit bringen“, sagte der 46-jährige Kraftfahrer. Das Feuer war die Rache eines Mannes, mit dem er zuvor um Hundegebell gestritten hatte. „Tut mir alles sehr leid“, sagte Hans-Peter D., der Brandstifter, gestern vor dem Landgericht. Der Streit begann am Abend des 5. März. Der 47-jährige D. besuchte im Haus des späteren Opfers eine Bekannte. Weitere Gäste und auch ein Hund hielten sich in der Wohnung auf. „Ich habe mit dem Hund gespielt“, erinnerte sich der Angeklagte aus Kreuzberg. Das Tier habe freudig gebellt. „Aber nicht viel.“ Nachbar Arno R. aber habe die Polizei gerufen. „Das hat mich aufgeregt.“

Die Schilderung des Angeklagten fiel etwas verkürzt aus. Zeuge R. war zunächst höflich zur Nachbarin gegangen. Er bat um Ruhe. Auf Verständnis aber stieß er nicht. „Hab’ dich nicht so“, soll D. geschimpft haben. R. rief die Polizei. Kaum waren die Beamten weg, drohte D.: „Wenn du noch einmal die Polizei rufst, passiert was.“ Zeuge R. holte erneut die Ordnungshüter. Hans-Peter D. wurde wütender, schlug mit der Faust zu und wurde bei einem dritten Polizeieinsatz des Hauses verwiesen.

„Ich saß dann auf einem Spielplatz und trank weiter“, sagte der Angeklagte, ein psychisch kranker und alkoholabhängiger Mann. An einer Tankstelle kaufte er einen Kanister Benzin. Er schlich zu der im zweiten Stock gelegenen Wohnung von R., verschüttete fünf Liter und legte Feuer. Arno R. rettete sich durch ein Fenster. Die Wohnung wurde zerstört. Der Brandstifter wurde zu drei Jahren Haft verurteilt. Zudem wurde seine Unterbringung in der Psychiatrie angeordnet. Ohne Behandlung gehe weiter Gefahr von ihm aus, hieß es. K. G.

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