Berlin : Hahn aufdrehen

Stephan Wiehler

freut sich über Gratisreisen für treue Gasag-Kunden Man könnte meinen, die Gasag handelt mit Lachgas, so witzig, wie sich dieser Konzern gebärdet. Im nächsten Jahr erhöht das Unternehmen die Gaspreise schon wieder – diesmal sollen Privathaushalte zwischen acht und 15 Prozent mehr bezahlen. Und wir haben keine Wahl, von uns kann der Monopolist offenbar nehmen, so viel er will.

Komisch wird die Sache aber erst, nachdem wir erfahren haben, dass 20 Großkunden von der Gasag zum Segelwochenende nach Mallorca eingeladen wurden – angeblich für nur zehn- bis zwanzigtausend Euro alles inklusive, wie der Konzern erklärt. Promillesummen seien das im Verhältnis zum Konzernumsatz, sagt der Gasmann. Die Großkunden müsse man bei Laune halten, heißt es, denn um sie darf seit der Öffnung des Gasmarktes auch die Konkurrenz buhlen. Wir sollten also aufhören, über Preiserhöhungen zu klagen, sondern den Gashahn aufdrehen – um ebenfalls in die Liga der privilegierten Kunden aufzusteigen.

Wenn wir zu Hause aus allen Rohren feuern, reicht es vielleicht noch nicht für einen Segeltörn vor Mallorca, aber eine Tretbootfahrt auf dem Wannsee lässt die Gasag vielleicht auch für uns springen.

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