Halbjahreszeugnis : Keine guten Noten für Bildungspolitiker

Zu wenig Räume, zu kleine Gebäude: Zum Halbjahr klagen Lehrer in Schöneberg-Tempelhof über Probleme mit der Sekundarschule und mangelndes Engagement bei den angekündigten Baumaßnahmen.

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Am Freitag gibt es Zeugnisse – doch in Schöneberg stehen die Noten für die neue Sekundarschule schon fest. Während Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) zufrieden mit der Einführung ist, zogen gestern mehrere Lehrer von Sekundarschulen in Tempelhof-Schöneberg zum Rathaus Schöneberg, um sich über die Schwierigkeiten an ihren Schulen zu beschweren und Stadtrat Dieter Hapel (CDU) und Oberschulrat Ingo Rubbert schlechte Halbjahreszeugnisse auszuhändigen.

„Erst Schulen schließen, dann nicht wissen wohin mit den Schülern“ prangte es in großen Lettern auf einem der Plakate. Die aufgebrachten Lehrer und die GEW werfen dem Schulamt intransparentes und planloses Handeln bei der Verteilung der Schüler auf die Sekundarschulen und mangelndes Engagement bezüglich der angekündigten Baumaßnahmen vor. Es fehlten unter anderem Mensen, Teilungs- und Klassenräume. Für die angekündigte Schülerzahl seien die Schulgebäude zu klein. „Für nächstes Jahr wurden uns sechs statt drei neue Klassen angekündigt. Aber wir mussten jetzt schon Musik- und Kunsträume schließen, um sie zu Klassenräumen umzuwandeln“, sagte Sieglinde Wild von der Integrierten Sekundarschulen (ISS) Gustav-Langenscheidt. Ohne die ließen sich aber die Konzepte für den neuen Unterricht nicht umsetzen.

„Hier entstehen Restschulen, die schauen müssen, wie sie mit der großen Zahl Hauptschüler und der unklaren Verteilung der Rückläufer aus den Gymnasien zurechtkommen sollen“, sagte Helmut Ruppersberg von der ISS Ringstraße. Auf der ISS Grazer Platz seien inzwischen keine Lehrer mehr bereit, sich für die siebten Klassen zur Verfügung zu stellen, sagte Klaus Berg. Das Problem betreffe vor allem die Fusionschulen und das nicht nur in diesem Bezirk, sagte Norbert Gundacker, stellvertretender Vorsitzender der GEW. Zwar stehe man noch am Anfang der Veränderung: „Doch hier herrscht derzeit ähnliche Verzweiflung wie damals an der Rütli-Schule.“

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