Berlin : Hallo, Nairobi!

Stephan Wiehler

belauscht ein Ferngespräch bei der Berliner CDU Berlins CDU-Vorsitzender Ingo Schmitt will in dieser Woche mit dem früheren Bundesbauminister Klaus Töpfer (CDU) telefonieren, um ihn als Berliner Spitzenkandidaten für die Abgeordnetenhauswahl 2006 zu gewinnen. Töpfer arbeitet zurzeit noch als Direktor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) in Nairobi, Kenia. So könnte das Gespräch ablaufen:

Ingo Schmitt: „Hallo, ist da Nairobi?“

Klaus Töpfer: „Nein, Töpfer mein Name. Wer spricht denn da?“

„Schmitt, Ingo Schmitt.“

(Krrrk… Zisch… Knarrtz…)

„Schmidt, Helmut Schmidt? Hören Sie, die Verbindung ist schlecht, ich kann Sie kaum verstehen, Herr Bundeskanzler.“

„Nein, Ingo Schmitt. CDU Berlin!“

„Ach ja, Herr Schmidt. Ich grüße Sie. Was gibt es denn?“

„Also, Herr Töpfer, es ist so: Wir haben hier ein Problem.“

„Und da sollen die Vereinten Nationen helfen? Also, wenn Sie Blauhelme brauchen, dann müssten Sie schon in New York anrufen. Dafür ist Kofi zuständig.“

„Nein, nein, Herr Töpfer. Wir haben hier in Berlin eine vakante Stelle. Wir suchen eine Führungspersönlichkeit für ein hohes Amt.“

„Einen Kanzlerkandidaten? Will denn die Frau Merkel nicht mehr?“

„Nein, Herr Töpfer, für die CDU in Berlin.“

„Natürlich in Berlin, Herr… ähm Schmitz. Ich weiß, dass Bonn nicht mehr die Hauptstadt ist. Ich habe doch den Umzug seinerzeit selbst organisiert.“

„Herr Töpfer, Sie missverstehen mich. Wir suchen einen Spitzenkandidaten.“

„Einen Spitzenkandidaten? Wird denn bei euch schon wieder neugewählt? Das geht ja immer schneller, was, Herr Schmied?!“

„Nein, wir brauchen einen Spitzenmann für die Berliner CDU. Sie sollen gegen Klaus Wowereit antreten und Regierender Bürgermeister werden.“

„Ich soll für die Berliner CDU kandidieren? Und Sie waren gleich nochmal… ?“

„Ich bin der Landesvorsitzende, Ingo Schmitt.“

„CDU-Chef in Berlin. Respekt! Da hört man ja so allerhand. Ist sicher auch nicht immer einfach, den Laden zusammenzuhalten, was?“

„Ja, Herr Töpfer. Sie könnten uns hier sehr helfen – Sie als Spitzenkandidat, das wäre doch eine Herausforderung.“

„Ja, eine sehr große. Darüber muss ich erst mal nachdenken… Und Sie brauchen wirklich keine Blauhelme?“

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