Berlin : Haltlos

Andreas Conrad

verspricht, nie wieder in zweiter Reihe zu parken Das Leben ist relativ, gerade im Einstein-Jahr sei man sich dessen bewusst. Aber damit fangen die Problemfragen erst richtig an. 99-mal falsch parken – ist das nun relativ viel oder wenig? Individuell betrachtet ist es zweifellos allerhand, insofern leuchtet das Fahrverbot für den notorischen Falschparker spontan ein. Aufs gesamte Verkehrsgeschehen ist solch eine Knöllchensammlung aber ein Klacks, gerade in Berlin, der Stadt der Zweite-Reihe-Parker, der Busspur-Blockierer, der Rad- und Gehweg-Ursurpatoren. Und man fasse sich doch an die eigene Nase: Wie oft vertraute man nicht schon darauf, dass gelegentliches Bezahlen eines Straftickets allemal billiger sei als das reguläre Mieten eines Parkplatzes. Statt ans Gesetz hielt man sich an die Wahrscheinlichkeitsrechnung, aber das erkläre man nun mal einem strengen Richter. Und nicht zuletzt bleibt die Frage: Wo ist die Grenze, an der ein Kavaliersdelikt zum Kapitalverbrechen mutiert? Bei 50 Tickets? Bei 40? Was würde Einstein dazu sagen? Aber der hatte ja nicht mal einen Führerschein.

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