• Hamburg umwirbt Berlins Polizeischüler Körting weist Übernahme-Angebot als „Wahlkampf“ zurück

Berlin : Hamburg umwirbt Berlins Polizeischüler Körting weist Übernahme-Angebot als „Wahlkampf“ zurück

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Unter den Berliner Polizeischülern herrscht derzeit große Unsicherheit. Sie wissen, dass das Land höchstens zwei Dritteln der derzeit über 1000 Auszubildenden einen Job anbieten wird. Den übrigen wird das Angebot gemacht, entweder zum Bundesgrenzschutz (BGS) oder dem Bundeskriminalamt (BKA) zu wechseln. Betroffen sind die Jahrgänge, die erst 2003 und 2004 ihre Ausbildung beenden. Aber sie waren gezwungen, schon jetzt die Entscheidung zu treffen, bei welcher Polizeibehörde sie arbeiten wollen, falls das Land Berlin sie nicht übernimmt.

Danach haben sich 90 von 995 Schülern des mittleren Dienstes beim BGS beworben. Ihr Interesse, im Dienst des BGS an den EU-Außengrenzen zu Polen, Tschechien oder der Schweiz ihren Dienst zu versehen, sei jedoch nicht sehr groß, sagte ein Ausbilder der Polizei. Daher stößt das Angebot des Hamburger Innensenators Ronald Schill auf große Aufmerksamkeit, der ebenfalls Polizeischüler aus Berlin übernehmen möchte. „Unser Interesse gilt nur Polizeischülern“, betonte Schills Pressesprecher Hartmut Kapp gestern. Er sagte dem Tagesspiegel, die Berliner Innenverwaltung unterschlage den Polizeischülern das Angebot aus Hamburg aus politischen Gründen.

Dies wies die Berliner Innenverwaltung zurück und kritisierte Schills Abwerbeversuche als Wahlkampf. Der Berliner Innen-Staatssekretär Lutz Diwell sagte, mit seinem Versuch, Berliner Polizeischüler auch ohne Freigabe durch den Dienstherrn in die Hansestadt abzuwerben, verlasse Schill die „Gemeinsamkeit der Innenminister“. Aus der Innenverwaltung hieß es, man habe den Polizeischülern „aus Fürsorgegründen“ die Möglichkeit eines Wechsels zum Bund eröffnet. Eine „weitere Notwendigkeit zu Informationsmaßnahmen über Wechselmöglichkeiten in andere Bundesländer“ werde daher nicht gesehen.

Diese Informationen bietet dafür die Hamburger Innenverwaltung: Unter den Telefonnummern 040-4286 69 456, -457, -462 können sich Interessenten aus Berlin erkundigen. Am kommenden Mittwoch um 18 Uhr ist in der Hamburger Landesvertretung an der Jägerstraße 1-3 in Mitte eine Informationsveranstaltung geplant. Nächste Woche soll in Berliner Medien eine Anzeigenkampagne des Hamburger Innensenators anlaufen.

Wer sich in Hamburg bewerbe, dessen Ersuchen werde sofort geprüft, sagte Kapp. Die Hansestadt habe derzeit 225 freie Stellen. Wer zum BGS wechsle, könne sich nicht darauf verlassen, künftig auch in Berlin eingesetzt zu werden.weso

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