Berlin : Handschrift wird nicht mehr benotet Änderung gilt schon für die Halbjahreszeugnisse

Susanne Vieth-Entus

Die Handschrift der Schüler wird ab sofort nicht mehr mit Zensuren bewertet. Stattdessen sollen die Lehrer schriftlich ausformulieren, wie ein Schüler schreibt, heißt es in einem Rundschreiben der Bildungsverwaltung. Es gilt bereits für die Halbjahreszeugnisse im Januar. Nach der vierten Klasse entfällt die Bewertung des Schriftbildes ganz. Bisher gab es bis zur sechsten Klasse Noten. Unter den Lehrern ist die Neuerung umstritten. So heißt es in der Schöneberger Spreewald-Grundschule, man begrüße die Neuregelung, während viele Kollegen an der Rosenthaler Rudolf-Dörrier-Grundschule gern bis zur vierten Klasse an den Zensuren festgehalten hätten. Der CDU-Bildungspolitiker Gerhard Schmid befürchtet, dass der Wegfall der Benotung eine „geringere Wertschätzung“ für die Qualität der Handschrift mit sich bringt. Landeselternsprecher André Schindler begrüßt dagegen die verbale Bewertung.

Im kommenden Schuljahr werden die Zeugnisformulare für die Grundschüler erneut geändert, weil die Schulen die Möglichkeit erhalten, das „Arbeits- und Sozialverhalten“ ausführlich zu beurteilen. Auch die neue Schulanfangsphase mit dem jahrgangsübergreifenden Unterricht wird sich niederschlagen.

Unklar ist, wie sich eine weitere Neuerung auf die Systematik der Zeugnisse auswirkt: Wie berichtet, soll die Pflicht entfallen, Diktate als Klassenarbeiten zu schreiben. Dies besagt der Entwurf der neuen Grundschulverordnung, die im Februar in Kraft tritt. Fachleute gehen davon aus, dass die Rechtschreibung weiterhin separat auf dem Zeugnis benotet werden soll.

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