Berlin : Hangars als Museumsstandort

Ole Töns

Kreuzberg, Tempelhof-Schöneberg. Das Deutsche Technikmuseum soll auf die seit langem erhofften Erweiterungsflächen auf dem Gelände des Gleisdreiecks verzichten. Dies erklärte gestern die Sprecherin der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Petra Reetz. Demnach sind die laufenden Verhandlungen zwischen der zuständigen Verwertungsgesellschaft für die ehemaligen Bahnflächen, Vivico, und der Senatsverwaltung hinsichtlich der strittigen Flächen auf dem ehemaligen Anhalter Güterbahnhof bis auf Details abgeschlossen.

"Das Museum wird zwar die zur Zeit genutzten Gebäudeteile behalten, darüber hinaus aber keine Flächen erhalten die dem Land Berlin gehören", so Reets. Als Alternativstandorte für Teile des Verkehrsmuseums schlägt die Senatsverwaltung den Flughafen Tempelhof vor. Nach Auskunft des Technikmuseums wird zur Zeit der Kopfbau sowie Teile der dazugehörigen lang gestreckten Lagergebäudes parallel zur Möckernstraße genutzt. Für die Museumserweiterung waren laut Museumssprecherin Maria Borgmann aber sämtliche Gebäude einer weit größeren ehemaligen Ladestraße sowie ein zweiter Kopfbau am Kanalufer geplant. Diese Flächen werden laut Reetz jetzt unter anderem für einen Park auf dem Gleisdreieck genutzt. Hintergrund der Entscheidung sind seit längerem laufende Verhandlungen zwischen der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und der Vivico um die Aufteilung des brachliegenden Gleisdreiecks in Baugrundstücke und Grünflächen. Letztere stehen dem Land unter anderem als Ausgleichsflächen für die Bauten am Potsdamer Platz zu und sollen möglichst als zusammenhängende Erholungsfläche angelegt sein. Der Vivico geht es dagegen in erster Linie um eine möglichst gewinnbringende Vermarktung von Baugrundstücken.

Dass Teile des Verkehrsmuseums in den Flughafen Tempelhof umziehen könnten, ist laut Reetz bisher nur eine Idee, für die es noch keinerlei Finanzierungskonzept gibt. Für die vom Museum gewünschte Erweiterung sind demnach allerdings auch keinerlei Mittel verfügbar. Als eine Amputation des bisher auf einen zentralen Standort hin geplanten Technikmuseums wertete dagegen Borgmann die Senatsvorschläge. Demnach wurde bei der Planung seit der Gründung 1982 von dem zentralen Gelände auf dem Gleisdreieck ausgegangen. Teil dieser Planung sei seit langem auch eine Finanzierung mit Hilfe privater Investoren. Diese bräuchten lediglich Planungssicherheit. Der neue Museumsbau, in dessen Fassade ein historisches Flugzeug integriert ist, sei darüber hinaus offensichtlich bereits als Gebäude für die Luftfahrtausstellung angelegt.

Gegen eine Teilung des Technikmuseums auf mehrere Standorte hatte sich auch Gründungsdirektor Günther Gottmann ausgesprochen. Laut Gottmann sind bereits Millionensummen in Exponate sowie deren Lagerung geflossen.

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