Berlin : Hans Kollhoff, Architekt

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Wie soll es der Stadt im kommenden Jahr ergehen? Wir haben Menschen gefragt, denen Berlin am Herzen liegt. Ihre guten Wünsche lesen Sie hier bis Weihnachten. Heute: Der Architekt des KollhoffGebäudes am Potsdamer Platz, Hans Kollhoff.

Ich wünsche mir eine groß angelegte Initiative zur Bildung von Wohneigentum in der Stadt. Nach holländischem Beispiel ließe sich auf diese Weise aus der Mietergesellschaft eine Eigentümergesellschaft machen. Das dürfte nicht nur der Bauwirtschaft neue Impulse verschaffen, sondern den Menschen zu einer ganz neuen Identifikation mit ihrer Stadt verhelfen. Wem eine Wohnung oder ein Haus gehört, der achtet nicht nur auf die Qualität und Pflege seiner eigenen vier Wände, sondern er verlangt das auch von seinen Nachbarn. Der öffentliche Raum wird damit von einer administrativen kommunalen Aufgabe zu einer Angelegenheit privaten Interesses. Schließlich entwickelt sich aus dem Bedürfnis, die Räume wohnlich einzurichten, nicht nur ein verfeinerter Geschmack, sondern mit der Zeit eine Liebe zum Haus, der Straße und dem Quartier und am Ende eine neue Liebe zur eigenen Stadt, deren Schönheit man bereit ist zu verteidigen. Und weil man gerne zu Hause wäre, müsste man die Schönheit nicht mehr in der Ferne suchen. Und das Nörgeln hätte ein Ende.

Foto: Andreas Pein

DAS TÄGLICHE TÜRCHEN

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