Berlin : HANS KOLLHOFF: SEINE PROJEKTE

POTSDAMER PLATZ

Das auffälligste Werk von Hans Kollhoff ist der Backsteinturm am Potsdamer Platz, den Daimler-Benz vor zehn Jahren fertigstellte. So markant ist das Hochhaus, dass es allgemein als „Kollhoff-Turm“ bezeichnet wird. Das ist Helmut Jahn, Schöpfer des Glasturms am Sony-Center nebenan, nicht gelungen. Das Hochhaus hat den Namen des Nutzers übernommen und heißt „Bahn-Tower“. Kollhoff orientierte sich bei seinem Entwurf an Vorbildern von klassischen Hochhäusern der dreißiger Jahre in New York oder Chicago. Auf dem Dach befindet sich eine Aussichtsterrasse.

ALEXANDERPLATZ

Der Masterplan für den Alexanderplatz stammt ebenfalls von Kollhoff. Er sieht einen ganzen Reigen von Hochhäusern vor, die dem Platz eine herausgehobene Stellung innerhalb des Stadtbildes geben sollen. Der „Kollhoff“-Plan ist auch 13 Jahre nachdem er aus der Taufe gehoben wurde, noch immer Bestandteil der offiziellen Stadtentwicklungspolitik des Senats. Allein, bisher ist noch keines der Hochhäuser in Planung oder im Bau. Stattdessen errichten die Investoren auf den Grundstücken die sogenannten Sockelbauwerke, etwa den Neubau „Die Mitte“, in den bald die Kette „Saturn“ zieht.

LEIBNIZ-KOLONNADEN

Das Wohn- und Geschäftshaus auf einem ehemaligen Parkplatz löste über Jahre heftige Diskussionen aus. Der Baubeginn für die beiden achtgeschossigen Gebäude zwischen Leibniz- und Wielandstraße in Charlottenburg verzögerte sich dadurch um mehr als zehn Jahre. Auf dem Dach plante Kollhoff zusammen mit Helga Timmermann einen Kindergarten. Geprägt sind die Gebäuderiegel von einer strengen Steinfassade in graugrünem Granit und den

Säulengängen
mit Lampen im Art-déco-Stil.

GOYA

Spektakulär aufgenommen wurde sein Entwurf für die Innengestaltung des Nachtclubs „Goya“ am Nollendorfplatz in Schöneberg. Kollhoff entschied sich für einen mondänen Auftritt mit Kristalllüstern, einer Treppe in kühnem Schwung sowie großzügigen Bars und einem Restaurant.

BAUAKADEMIE

Kollhoff ist einer der führenden Köpfe im Förderverein für den Wiederaufbau der Bauakademie von Karl-Friedrich Schinkel. Seit Jahren steht von dem Bau nur eine von Maurerlehrlingen erstellte Gebäudeecke – der Rest besteht aus einer Zeltplane mit simulierter Fassade. Dieses Projekt dokumentiert Kollhoffs Beharrlichkeit. Er hat an den Plan des Wiederaufbaus trotz stockender Investitionsbereitschaft stets geglaubt. Jetzt ist es so weit. Das Land verkauft das Grundstück über den Liegenschaftsfonds mit der Verpflichtung, die Bauakademie wiederzuerrichten. oew

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