Berlin : Happy End im Standesamt: Bräutigam darf zur Braut nach Berlin

Kongolese saß in Afrika fest. Jetzt bekommt er ein Visum

Claudia Keller

Der entscheidende Anruf kam am Dienstag. Für Daniela Rehberg war es, als ob nach langer Regenzeit die Sonne aufging. Eine Mitarbeiterin des Standesamtes Marzahn meldete sich. Sie möge in die Behörde kommen, um das Aufgebot zu bestellen und einen Hochzeitstermin festzulegen, bat die Behördenmitarbeiterin. „Ich war so überwältigt von der Nachricht“, sagt die 25-jährige Daniela Rehberg, „mir kamen die Tränen“. Sie habe nicht mehr damit gerechnet, dass die Hochzeit zustande kommen würde. Sie habe nicht mehr gehofft, ihren Verlobten Olongo Mungombe wiederzusehen. Denn der sitzt seit über einem Jahr in Kinshasa fest.

Mungombe war in sein Heimatland Kongo geflogen, um für die Hochzeit mit Daniela Rehberg seine Geburtsurkunde und einen „Ledigkeitsnachweis“ zu besorgen. Er ist 25 Jahre alt und 1990 nach Deutschland gekommen. Sein Asylverfahren wurde abgelehnt, eine Klage dagegen ist noch nicht entschieden. Vor drei Jahren verlobte sich Mungombe mit Daniela Rehberg und zog mit ihr zusammen. Die Ausländerbehörde stellte fest, „dass es sich um eine stabile Beziehung handelt und dass die Herstellung einer ehelichen Lebensgemeinschaft ernsthaft beabsichtigt ist“. Deshalb sicherte ihm die Behörde zu, dass er wieder einreisen dürfe, wenn er im Kongo die noch fehlenden Dokumente für die Hochzeit hole. Obwohl er die Papiere der deutschen Botschaft in Kinshasa schnell vorlegte, dauerte die Prüfung der Unterlagen über ein Jahr. Erst nachdem der Tagesspiegel über den Fall berichtet hatte und über 40 Leserbriefe bei der Botschaft in Kinshasa eingingen, wurden die Vorgänge beschleunigt. Vor zwei Wochen hatte die Botschaft die Papiere an das Berliner Kammergericht geschickt. Jetzt kam die Behörde zu dem Ergebnis, dass die Unterlagen in Ordnung seien, so dass das Standesamt den Hochzeitstermin festlegen kann. Damit steht auch der Rückkehr von Mungombe nichts mehr im Weg. Er könne sich in der Botschaft seinen Pass und das Visum abholen, sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes am Mittwoch. Seine Verlobte, die als Sekretärin arbeitet, hat sich drei Tage Urlaub genommen. Und natürlich gleich am Dienstagabend mit ihrem Liebsten telefoniert. „Der freut sich auch ganz doll.“ Beide wollen nun so schnell wie möglich Ringe tauschen. „Das kann schon in den nächsten Wochen sein“, sagt Ursula Benedikt, die Leiterin des Standesamtes Marzahn. „Wenn Mungombe hier ist, können wir die beiden schnell dazwischenschieben. Die haben jetzt schließlich lange genug gewartet.“

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