Berlin : Harald I - III

Andreas Conrad

sieht Juhnke leider gar nicht ähnlich Schade, dass unser Harald das nicht mehr erlebt hat. Welche Funken ließen sich für einen begabten Entertainer aus diesem Stein schlagen: Da segnet ein populärer Mann das Zeitliche, rasch ist ein alter Freund zur Stelle, der dem Toten ein Denkmal setzt, dazu eine Bildhauerin, die das Antlitz des Verstorbenen hineinritzt – doch dann befallen den Denkmal-Initiator Zweifel, er vermag den Freund partout nicht zu erkennen und überklebt das Gesicht kurzerhand mit einem Gemälde, das er selbst angefertigt hat. Ja, Juhnke wäre begeistert – ein komödiantisches Elf-Meter-Schießen. Dumm nur, dass ausgerechnet er der unzulänglich Porträtierte ist. Der Vorgang wirft Fragen auf: zunächst die nach künstlerischer Freiheit und Urheberrecht, dann die nach der Wetterfestigkeit des geklebten Juhnke. Kann sein, dass der nächste Wolkenguss ihn hinwegspült, doch was geschieht dann mit dem Stein? Dessen Problem ist ja mangelnde Ähnlichkeit zwischen Modell und Porträt. Gesucht also ein Mann, der so aussieht wie der Stein-Harald, also auf keinen Fall wie unser Harald. Jetzt muss er sich nur noch einige Verdienste erwerben. Den Namen umzumeißeln, kann so schwer nicht sein.

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