Harald Wolf : "Arbeit statt Arbeitslosigkeit finanzieren"

Der Spitzenkandidat der Linkspartei.PDS Harald Wolf über Wahlchancen, soziale Gerechtigkeit und Sonnenuntergänge am Müggelsee.

Was ist Ihr Wahlziel?



17 Prozent plus X, und dass keine Partei gegen uns regieren kann.

Mit wem würden Sie gerne koalieren?

Mit der Partei, mit der wir am meisten linke Politik durchsetzen können.

Nennen Sie bitte die drei wichtigsten Ziele, die Sie sich im Falle einer Regierungsbeteiligung Ihrer Partei gestellt haben?

Erstens, dass wir Arbeit statt Arbeitslosigkeit finanzieren, also aus den Mitteln, die der Staat derzeit Arbeitslosen für Wohnung und Lebensunterhalt zahlt, sozialversicherte Beschäftigung im gemeinnützigen Sektor etablieren. Zweitens, dass unsere Kinder länger gemeinsam lernen können, wie es uns die skandinavischen Länder erfolgreich vormachen. Drittens den Erhalt von Unternehmen öffentlicher Daseinsvorsorge wie BVG, Vivantes-Kliniken, BSR, Wohnungsunternehmen in öffentlichem Eigentum.

Erläutern Sie bitte in drei Sätzen, wie der Bund Ihrer Auffassung nach die deutsche Hauptstadt Berlin unterstützen soll.

Der Bund sollte Berlin als Regierungssitz so behandeln wie er Bonn behandelt hat und für die regierungsbedingten Kosten wie zum Beispiel Sicherheit vollständig aufkommen, was bisher nicht der Fall ist. Die Bundesregierung sollte außerdem die Initiative dafür ergreifen, dass alle Ministerien ganz nach Berlin umziehen. Schließlich sollte die Bundesregierung die Haushaltsnotlage Berlins anerkennen und zur Entschuldung beitragen.

Welche Aufgabe werden Sie nach einem Wahlsieg sofort in Angriff nehmen?

Noch im September wird ein wissenschaftlich begleitetes Pilotprojekt starten, in dem gezeigt werden soll, wie wir längerfristige sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse im gemeinnützigen Sektor für Langzeitarbeitslose schaffen können. Dies als Alternative zu kurzfristigen Ein-Euro-Jobs.

Ein Satz, warum der Wähler Ihnen seine Stimme geben soll?

Weil soziale Gerechtigkeit auch weiterhin der rote Faden in der Berliner Politik sein muss.

"Ihr" Berlin in drei Adjektiven?

Bewegt, international, überraschend.

Ihr Lieblingsort in Berlin?

Der Müggelsee bei karibischen Sonnenuntergängen.

Was bedeutet für Sie Familie?

Rückhalt finden und geben, offener gegenseitiger Austausch, Auftanken.

Welchen Beruf würden Sie ausüben, wenn nicht Politiker?

Politik-Kritiker. (tso/ddp)

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