Berlin : Harry Potter: Der Bestseller zaubert viel Geld in die Kassen der Buchläden

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"Harry Potter und der Feuerkelch" geht weiter wie von Zauberhand über die Ladentheken - und könnte mancherorts bald sogar vergriffen sein. "Die Stimmung ist unglaublich", sagte Thomas Nitz, Marketing-Chef bei Hugendubel. "Wir glauben, das geht so bis ins Weihnachtsgeschäft." Zahlen vom Montag lagen ihm noch nicht vor, aber schon am Sonnabend - dem Erstverkaufstag - hatten die 22 deutschen Filialen 20 000 Exemplare abgesetzt. Rund ein Viertel davon wurde in Berlin verkauft.

Hugendubel orderte bisher 40 000 Bücher; Nitz rechnet nicht mit Engpässen. Ursula Kiesling, die Chefin der drei "Divan"-Buchhandlungen in Westend und Zehlendorf und von "Haberland" in Frohnau, schloss Engpässe dagegen nicht aus. "Das Buch ist zurzeit nicht lieferbar." Am Sonnabend waren in ihren Geschäften 1400 der 2000 Exemplare weg. "Ich hoffe, Ende der Woche wieder 1000 zu bekommen." Danach könne es bis Ende November dauern, weitere Bände zu erhalten.

Der Hamburger Carlsen-Verlag kündigte an, nach der ausgelieferten Erstauflage von einer Million Bänden würden in der kommenden Woche weitere 500 000 Bücher gedruckt. Aus Branchenkreisen hieß es, der Verlag horte genug Papier, aber die Kapazität der sieben Druckereien reiche kaum aus. Nachfragen bei Carlsen waren unmöglich, immer ertönte das Besetztzeichen.

Das Kulturkaufhaus Dussmann setzte am Sonnabend 1500 Bände ab und 100 weitere bis zum gestrigen frühen Nachmittag. Für den Anfang hatte Dussmann 2000 Bücher bestellt, nun wurden zusätzliche 3000 geordert. Im KaDeWe gingen am Sonnabend 500 der 1500 bestellten Exemplare weg. "Jetzt geht es schon ruhiger zu", sagte gestern die Leiterin der Bücherabteilung, Ines von Dombrowsky. Bei weiterhin starkem Interesse bekäme das KaDeWe wohl ein Problem: Die Lieferung der nächsten 500 Bücher wurde erst für Ende des Monats in Aussicht gestellt.

Die Berliner könnten den neuen Potter-Band auch an ungewohnter Stelle finden, in Filialen der Extra-Kette wurde er schon angeboten. Nach Kenntnis des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels planen auch Aldi und Edeka den Verkauf. Eine Bestätigung war nicht zu erhalten, das Personal eines Aldi-Markts zeigte sich ahnungslos. Aber Thomas Nitz von Hugendubel nennt ein Indiz: Zwischenhändler, die auch Lebensmittelketten beliefern, hätten den Bestseller eingekauft. In das Geschäft einsteigen könne jeder, der sich an die Preisbindung halte. "Manche Bücher bekommen Sie schließlich auch im Zoo." Vielleicht setzt sich diese Idee auch im Fall Potter durch - zum Beispiel an den Eulenkäfigen.

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