Berlin : Harry Potter: Der große Zauber beginnt von neuem

Der dritte Teil der Saga um den jungen Magier startet im Kino – mit einer Party des Fanclubs

Cay Dobberke

„Zauberhafte Garderobe“ wünscht sich die 18-jährige Saskia Preissner von möglichst allen Harry-Potter-Fans, die morgen Abend ins Cubix-Kino am Alexanderplatz kommen. Dort feiert der „inoffizielle Harry-Potter-Fanclub“, den Saskia und ihre 14-jährige Schwester Sarah gegründet haben, eine Party zum Kinostart des dritten Filmabenteuers um den Zauberschüler. Das ganze Foyer soll sich ins Zaubererdorf Hogsmeade mit seinen Lokalen und Läden verwandeln, dazu gibt es Schalmeienmusik, Quizrunden, Wahrsagerei, Unterricht in magischen Fächern, einen Kostümwettbewerb sowie „Butterbier“ und andere kulinarische Besonderheiten aus dem Potter-Universum.

Eine Darstellergruppe will Figuren aus den Filmen und Romanen lebendig machen. Die Party läuft parallel zu den Sondervorführungen aller drei Filme ab 17.30 Uhr. Saskia verspricht sich von „Harry Potter und der Gefangene von Askaban“ Spannung und gute Tricks, bevorzugt allerdings die Romane von Joanne K. Rowling gegenüber den Verfilmungen. Deshalb will sie sich die ersten beiden Teile selber nicht noch einmal ansehen: „So toll sind die nun auch wieder nicht.“ Das sagt auch Potter-Erfinderin Rowling selbst. Sie lese lieber – von allen bisherigen Verfilmungen sei die neue aber die beste. Im neuen Streifen geht es vor allem um den Ausbruch eines verurteilten Mörders, der aus dem Zauberergefängnis Askaban ausbricht und eine mögliche Bedrohung für Harry darstellt. Der Gesuchte hatte eine Rolle bei der Ermordung von Harrys Eltern durch den finsteren Magier Voldemort gespielt – allerdings eine andere, als es zunächst scheint.

Im Internet laden Saskia und Sarah seit Januar 2000 zum virtuellen Unterricht an der Zauberschule Hogwarts ein. Wer beitreten möchte, muss ein kleines Quiz absolvieren. Dann geht es weiter wie an der wirklichen Zauberschule: Der „sprechende Hut“ ordnet jeden Schüler einem der vier Häuser in der Schule zu, es gibt regelmäßig Hausarbeiten und Prüfungen in Fächern wie „Zauberkräuterkunde“, gewählte Vertrauensschüler und eine Redaktion, die den „Tagespropheten“ veröffentlicht.

Bisher wurden die Seiten rund 6,2 Millionen Mal aufgerufen. 100 000 Menschen aus verschiedenen Ländern sind Mitglieder. Zeichnungen aus den Federn von Fans, ein Zaubersprüche-Lexikon und viele weitere Informationen runden das Internet-Angebot ab. Im Computerspiel „Snape explodiert“ kann man auf den unsympathischen Zauberlehrer schießen. Alle Texte liegen auch auf Englisch vor. Teile davon haben Unterstützer in zwölf weitere Sprachen übersetzt. Inhalt und Gestaltung wurden schon mehrfach mit Preisen ausgezeichnet.

Saskia hat schon wieder eine neue Idee – die Gründung einer Partei für „Leute mit Ahnung“. Politik solle weniger von Berufspolitikern und mehr von Experten aus verschiedenen Fachgebieten gemacht werden, findet sie – und ahnt, dass die erfolgreiche Gründung einer solchen Partei an Zauberei grenzen würde.

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