Berlin : Harte Regeln, harte Strafen

New York setzt Verbot streng durch / Wirten droht Lizenzverlust

Matthias B. Krause[New York]

Was New Yorks Raucher zur Lunch-Pause schon gewohnt sind, gilt seit April auch nach Feierabend: Der „Indoor Smoke-Free Air Act“ (Gesetz für rauchfreie Luft in Innenräumen) verbietet das Qualmen in den fast 25000 New Yorker Bars und Restaurants.

Um zu überwachen, dass das Gesetz auch eingehalten wird, hat das städtische Gesundheitsamt eigens zwölf neue Mitarbeiter eingestellt, insgesamt patroullieren rund 100 Kollegen – und wehe dem, den sie erwischen. Zunächst wird eine Geldbuße zwischen 200 und 2000 Dollar fällig – für den Besitzer, nicht für den Raucher. Kassiert ein Etablissement drei Strafen in einem Jahr, kann es seine Lizenz verlieren. Bis zum 1. Mai allerdings haben Wirte und Gäste noch eine Schonfrist, sie kommen mit einer Verwarnung davon.

So recht hatte niemand geglaubt, dass der eher liberale New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg sein unpopuläres Vorhaben tatsächlich durchsetzen würde. Das City Council baute ein paar Schlupflöcher ein. Noch bis Juli dürfen Familienbetriebe Rauchern weiter Obhut gewähren, weil sie keine Angestellten haben, die durch Passiv-Rauchen gefährdet würden. Bars können einen Extraraum für Raucher einrichten. Ab Juli nützt das nichts mehr, dann gilt das neue Anti-Raucher-Gesetz des Bundesstaates New York. Bloombergs Argument ist die Gefahr des Passiv-Rauchens. Die Aufregung werde sich bald legen, sagt Bloomberg und verweist auf die 80er. Da wurde Rauchen in Büros und öffentlichen Gebäuden verboten.

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