Berlin : Harte Töne

Was unsere Leser zur Gewalt auf den Straßen sagen Reaktionen auf der Tagesspiegel-Internetseite

Emrah Arslan

Ich bin selber türkischer Herkunft und bin Moslem. Für die jugendlichen Gewalttäter schämen auch wir uns. Doch sollten Sie nicht immer die Schuld den Türken geben. Sie hätten die Gastarbeiter nicht direkt nach Kreuzberg stecken sollen, die Schulverwaltung sollte nicht so viele ausländische Jugendliche in eine Schule stecken, die Medien sollten nicht immer so provozierend reden, sondern auch darauf hinweisen, dass diese Berichte zu Vorurteilen führen könnten. Denken Sie, mein Vater ist nie weggezogen aus Kreuzberg, um in eine schönere Gegend mit uns zu ziehen? Denken Sie, wir sprechen kein Deutsch zu Hause? (ab und zu auch Türkisch). Vergessen Sie nicht, dass es auch Menschen mit Migrationshintergrund gibt, die sich genau so aufregen wie Sie.

Ich habe bei zehn Reisen durch die ganze Türkei die Türken in ihrer großen Mehrheit als gastfreundlich und hilfsbereit erlebt (viel freundlicher als die durchschnittlichen Deutschen). Leider haben wir hier in Berlin in den Problemkiezen einen brutalen Bodensatz, der zu konstruktiven Leistungen weder willens noch in der Lage ist. Von den noch problematischeren Libanesen oder Palästinensern ganz zu schweigen. Es wäre ein Fortschritt, wenn auch die Vertreter der Gutmenschenfraktion sich endlich einmal mit diesem Problem auseinandersetzten, anstatt alle die, die hierauf aufmerksam machen, als dumm, reaktionär oder gar als Nazis zu beschimpfen. Jörg Lehnert

„Copkiller“-Geschwafel gab es immer in Kreuzberg: Punks, Hausbesetzerszene etc. Der Unterschied ist, dass die Punks keine Raubüberfälle auf andere Jugendliche verübt haben. Teile Kreuzbergs sind echt ungemütlich geworden. Wer sein (deutsches) Kind hier zur Schule schickt, hat echt ein Rad ab. Das wird nämlich ganz fix zur unterdrückten und diskriminierten Randgruppe. Das war vor zehn Jahren noch nicht der Fall. Paola Sch.

Vom Staat werden viele Sozialarbeiter bzw. Streetworker finanziert. Dennoch verschlechtert sich die Situation zusehends. Immer mehr Gewalt durch Kinder und Jugendliche. Dieses Geld für „hauptamtliche Frustrationspfleger“ kann man sich sparen, denn diese Gutmenschen bewirken nichts. Klaus Müller

Das ist kein Berliner Problem mehr! Im hessischen Dietzenbach haben sich regelrecht ausländische Ghettos gebildet. Es werden Notrufe bei Polizei und Feuerwehr fingiert, nur um anschließend die Einsätzkräfte anzugreifen. Dies geschieht auch mit Steinwürfen auf die fahrenden Pkw. Müssen wir uns das gefallen lassen? Müssen nicht auch die Politiker merken, dass der Multikulti-Traum zerplatzt ist? Wollen wir noch zehn Jahre zusehen, um dann endgültig vor einem Scherbenhaufen zu stehen? Florian

Auf dem Weg zum Bäcker in die Oppelner Straße hörte ich Polizisten dermaßen negativ über unsere ausländischen Mitbürger reden. Kein Wunder, dass die Kids da mal raufhauen. Aber harmlos sind die Jungs im Internetcafé Wrangel- Ecke Oppelner Straße keineswegs. Die Berliner Polizei ist trotz alledem unfair Ausländern gegenüber. Sebastian Burmeister

Solange in Deutschland politische Parteien an der Macht sind, die sich ausschließlich für die Profite von Kapitalgesellschaften interessieren, werden sich die Verhältnisse nicht verbessern, sondern eher noch schlechter werden. Daher werde ich in Zukunft konsequent national wählen. Michael Ritter

Es passiert nichts ohne Grund: Die Polizei setzt definitiv ausländerfeindliche Beamte ein, kein Wunder, dass der Hass der Einwohner noch mehr wächst. Ich selbst habe mehrmals erlebt, dass die Polizei mit Äußerungen wie „Geht doch wieder nach Hause“ im Kreuzberger Kiez unfreundlich auftrat. Helmuth Schmidt

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