Berlin : Hartnäckige Friedrichshagener: 60. Demonstration gegen Maschendrahtzaun

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Berlins hartnäckigste Demonstranten treffen sich heute zum 60. Mal: Seit mehr als einem Jahr protestieren rund 40 Friedrichshagener wöchentlich gegen einen Zaun, der den ehemaligen Durchgang zwischen Emrich- und Bölschestraße versperrt. "Wir kämpfen weiter, weil es ungerecht ist, diesen Weg einfach dichtzumachen", argumentiert Rita Abert von der Bürgerinitiative Emrichstraße. Die Eigentümerin des idyllisch gelegenen Wohnviertels, die Gemeinnützige Wohnungsbaugenossenschaft "Berliner Bär", hatte, wie berichtet, den Fuß- und Radfahrerstrom westlich und östlich der Bölschestraße beendet. Ein etwa drei Meter breiter und mehr als zwei Meter hoher Zaun wurde errichtet. Begründet wurde das von der GWG mit Lärm und Dreck, den die Passanten verursacht hätten. Man wolle mehr Ruhe und Sauberkeit für die Wohnanlage.

Doch für viele Friedrichshagener, die den seit Jahrzehnten bestehenden Durchgang täglich benutzten, sind die Argumente an den "Haaren herbeigezogen", wie ein Mieter erklärt. Schließlich handle es sich um einen Weg, der wie auch andere Verbindungspfade Friedrichshagens, in alten Katasterkarten eingetragen sei. "Wir hoffen deshalb, dass sich der Bezirk für uns einsetzt und der Zaun wieder verschwindet", sagt Rita Abert. Das das Bezirksamt versuchte in den vergangenen Monaten, zwischen den Parteien zu vermitteln. Doch inzwischen sind die Fronten verhärtet. Baustadtrat Oliver Scholz (CDU) informierte den Stadtplanungsausschuss darüber, dass der Zaun nicht den Vorschriften entspreche und deshalb auch nicht genehmigt wurde. Der Maschendraht sei noch um 40 Zentimeter erhöht worden, und die GWG habe erst nachträglich einen Bauantrag gestellt, erklärt er.

Den Vorschlag von Friedrichshagenern, ein Tor einzubauen, lehnt die Wohnungsbaugenossenschaft ab. Statt dessen sei Widerspruch gegen die erst später eingereichte Baugenehmigung eingelegt worden. Die heutige Zaundemo wird erst einmal die letzte vor der Sommerpause sein. Im September geht es weiter. Das Rechtsamt prüft inzwischen den gesamten Vorgang.

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