Hasenheide : "Hip Hop statt Heroin"

20.10.2008 00:00 UhrVon Tanja Buntrock
235161_0_535e0f74 Foto: Kai-Uwe Heinrich
Null Toleranz: Anwohnerprotest gegen Dealer in der Hasenheide. - Foto: Kai-Uwe Heinrich

Zum zweiten Mal starteten Anwohner in der Neuköllner Hasenheide eine Kunstaktion um Dealer zu vertreiben. Offenbar mit Erfolg: Zumindest am Sonntag war weit und breit kein Marihuana-Verkäufer zu sehen.

Ihr Ziel haben die Anwohner mit ihrer Kunstaktion offenbar erreicht. Jedenfalls am Sonntag. Da war weit und breit kein Marihuana-Verkäufer mehr in der Neuköllner Hasenheide zu sehen. Am Nachmittag hatten Marion L. (52) und ihre Nachbarin, die Künstlerin „Mo.Skito“ (48), wieder zum Pinsel gegriffen: Zum zweiten Mal starteten sie nun ihre Kunstaktion, malten mit Kreide-Farbe „Benimm-Regeln“ und provokante Sprüche auf den asphaltierten Weg in der Hasenheide, um gegen die Drogendealer aufzubegehren. „Hip Hop statt Heroin“ und „Lieber Dealer, lass unsere Kinder, Frauen und Omis in Ruhe“ war dort etwa in großen, weißen Lettern zu lesen.

Aber auch die Drogenkonsumenten sollten „angepiekt“ werden, wie Marion L. es nennt: Deshalb pinselte sie „Null Käufer, null Dealer“ auf den Hauptweg im südlichen Teil der Hasenheide, am Eingang von der Fontanestraße. Eine Handvoll Mitstreiter hatten sich versammelt, um dem „Club der Neuköllner Hausfrauen“ – wie sich die beiden Aktivistinnen nennen – den Weg vom Laub frei zu fegen. „Eine tolle Initiative“, sagt ein Mann aus der Nachbarschaft, „sie regt zumindest wieder die Diskussion an“. In der Tat. Eine junge Frau bleibt kurz stehen und äußert ihren Unmut darüber, dass die Sprüche oft „einen gewissen Ernst vermissen“ ließen. Dazu sagt Mo.Skito: „Wir wollen die Sache mit Humor angehen. Nur mit Ernsthaftigkeit erreicht man nichts.“ Eine 33-Jährige mit einem acht Wochen alten Baby auf dem Arm macht sich derweil Sorgen: „Was ist, wenn sie später beim Spielen den gebunkerten Stoff in den Büschen findet?“

Die Polizisten in Uniform, die die Kunstaktion beobachten, versichern, dass man jeden Tag gegen die Dealer vorgehe. Doch 50 Hektar seien einfach zu groß, um die Händler komplett zu vertreiben. „Aber heute haben es die Anwohner geschafft. Ganz ohne Zutun der Polizei“, sagt einer der Beamten und lächelt

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