Berlin : Hassgefühle

Christian van Lessen

Pitbulls gehören in der Öffentlichkeit an die sehr kurze Leine und ihr bissig-triefendes Maul hinter ein Korbgeflecht. Sollte sich in Berlin doch endlich herumgesprochen haben. Aber wir sehen immer wieder, wie wildes Getier mit blutunterlaufenen Augen frei auf Straßen und Wegen, auch in U-Bahnen, herumstolziert, mit schwer durchschaubaren Augen um sich blickt und bei Passanten die schiere Angst erzeugt. Die Halter, oft mit provozierend selbstsicherem Blick, erregen selbst bei tierlieben Passanten mittelschwere Hassgefühle. Und ein Gefühl der Ohnmacht. Wenn Kiezstreifen und Bezirksämter selbst vor Hundekot kapitulieren, scheint die Freiheit der Kampfhunde grenzenlos. Die aggressive Haltermafia kann frohlocken. Gestern ist in Spandau ein fünfjähriger Junge beim Ausflug einer Kita-Gruppe von einem freilaufenden Pitbull schwer verletzt worden, und die Halterin war erst auf Drängen der Kindergruppe bereit, ihr wild gewordenes Tier wegzuschaffen, und zwar nach Hause. Es mag dort vielleicht weitergewütet haben. Aber da kann es auch beißen, wen es will. Und damit den Lernprozess fördern.

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