Berlin : Hauen und Rechnen

Andreas Conrad

Reden wir von Mathematik: Also, lieber Russell Crowe, wie war es darum bestellt in Ihrer Jugend? Irgendein Einser in einer besonders kniffligen Klassenarbeit, der Sie später für die Rolle eines Rechengenies zu prädestinieren schien? Wie oft mag Russell Crowe diese Frage zu seinem neuen Film "A Beautiful Mind" schon gestellt worden sein? Nahe liegend ist sie ja, die Antwort natürlich längst formuliert. Sie fällt genauso aus, wie man es erwarten würde: "Mathematik habe ich mit 14 Jahren fast aufgegeben." Sein Lehrer war Ungar, des Englischen nur begrenzt mächtig, und so hat Jung-Russel in der Schulstunde eben alles Mögliche getrieben, was er bis heute nicht bereut. Sagt er.

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So also sehen Leute auf der Siegerstraße aus: Acht Mal wurde "A Beautiful Mind" an diesem Tag für den Oscar nominiert, vier der Kandidaten sitzen auf dem Podium des Grand Hyatt: Regisseur Ron Howard, Drehbuchautor Akiva Goldsman, Jennifer Connelly als Filmpartnerin der früheren Rechenniete und eben Russel Crowe selbst, sehr bärtig mittlerweile. Möglich dass er auch deswegen so abweisend, fast finster wirkt. Dabei hat er allen Grund zu strahlen. Sein Marktwert müsste durch die Nominierung, von der er wie seine drei Mitstreiter über CNN im Hotelzimmer erfahren hatte, noch weiter in die Höhe geschossen sein, selbst wenn er am Ende leer ausgehen sollte. Für "Gladiator" hatte er fünf Millionen Dollar eingesackt, bei "Proof of Life" - während der Dreharbeiten bandelte er mit Meg Ryan an - war er schon 7,5 Millionen Dollar wert. Als er nun beweisen sollte, dass er als Akteur nicht nur hauen, sondern auch rechnen kann, verdoppelte sich sein Salär noch einmal. Was ihm als Rolle mehr liege? "Nach meiner werten Meinung ist es das Allerbeste, wenn ich auf Ihre Frage nicht antworte."

Den Mathematiker John Forbes Nash, Vorbild zu seiner Rolle des schizophrenen Genies, hat Crowe während der Vorbereitung auf den Film einige Male getroffen. Manches hatte man sich überlegt, in den Gesprächen zeigte sich, dass man richtig lag. Na bitte: Genies unter sich.

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