Hauptbahnhof-Amoklauf : Anklage wegen versuchten Mordes in 37 Fällen

Gegen den mutmaßlichen Amokläufer vom Berliner Hauptbahnhof hat die Staatsanwaltschaft jetzt Anklage erhoben. Der Tatvorwurf laute unter anderem auf versuchter Mord in 37 Fällen, teilte die Behörde mit.

Berlin - Der damals 16-jährige Schüler soll Ende Mai am Rande der von Zehntausenden Menschen besuchten Eröffnungsfeier für den neuen Hauptbahnhof wahllos auf Passanten eingestochen und sie zum Teil lebensgefährlich verletzt haben. 31 Menschen hatten bei dem Amoklauf Stich- und Schnittverletzungen am Oberkörper erlitten, zwei weitere am Oberschenkel. Bei drei Betroffenen drang das Klappmesser nicht durch die Kleidung, in einem anderen Fall verhinderte ein Anhänger eine Stichverletzung. Für mindestens acht Verletzte bestand laut Staatsanwaltschaft nach Stichen in Bauch, Lunge und Niere Lebensgefahr. Darüber hinaus wurden sechs Menschen durch Schläge verletzt.

Der Angeklagte sitzt seither in Untersuchungshaft. Er war zur Tatzeit stark betrunken und hat bei seinen Vernehmungen angegeben, keine Erinnerung an den Amoklauf zu haben. Ein Termin für die nicht-öffentliche Hauptverhandlung vor der Jugendkammer des Landgerichts Berlin steht noch nicht fest.

Da eines der Opfer des Messerstechers an der Immunschwächekrankheit Aids leidet, bestand für 15 Betroffene die Gefahr, sich mit dem tödlichen Virus infiziert zu haben. Bislang wurde aber bei keinem der Opfer eine Ansteckung mit dem HIV-Erreger festgestellt. Nach Angaben der Berliner Charité hat die jüngste Untersuchung drei Monate nach der Tat stattgefunden. Mit Sicherheit könne eine mögliche Infektion jedoch erst nach sechs Monaten vollständig ausgeschlossen werden. (tso/ddp)

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